Galerie

Das Fußballclub Geschäftsmodell – Übersicht zur Entwicklung eines Ansatzes

Fußball ist eine faszinierende und sportlich attraktive Sportart mit außergewöhnlicher Anziehungskraft und wirtschaftlicher Bedeutung. Diese Ansicht vertritt die Mehrheit der europäischen Fußballinteressierten (Vgl. Schnabel, 2009, S. 24.) und wird vom Benchmarking-Bericht der UEFA untermauert.

FC-Geschäftsmodell - Entwicklung eines ANsatzesDem Bericht zufolge setzten im Finanzjahr 2010 die 734 Erstligaclubs des europäischen Fußballs 12,8 Mrd. Euro um, wovon 67 Prozent auf die Fußballclubs der fünf stärksten europäischen Ligen zurück zuführen sind. Die Fußballclubs der Premier League, der Bundesliga, der Primera Division, der Ligue 1 und der Serie A erzielten demnach einen kumulierten Umsatz von 8,6 Mrd. Euro. (Vgl. UEFA, 2010, S. 58 – S. 60.)

Es ist daher nicht verwunderlich, dass angesichts dieses Interesses gekrönt von diesem finanziellen Umfang, diverse Medieninstitutionen bzw. –verlage sowie Wissenschaftler regelmäßig über betriebswirtschaftliche Aspekte der Sportart Fußball berichten. Im Rahmen dieser Berichterstattungen wird auch über Geschäftsmodelle der Branche berichtet, deren tatsächliche Relevanz und Ausführlichkeit allerdings häufig nicht umfassend genug sind, wodurch die Thematik höchstens angerissen wird.

Fragmentarische Berichterstattung

So berichtete bspw. das HANDELSBLATT, dass der Fußball das Web 2.0 als Geschäftsmodell entdeckt habe, während die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG bereits 2009 das Finanzgebaren der Clubs als Geschäftsmodelle im Fußball titulierte. Ebenso wurde Udinese Calcios Jugendausbilung und anschließender Verkauf der gezogenen Talente an andere europäische Topclubs von der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG als Geschäftsmodell tituliert.

Diese exemplarisch genannten Berichterstattungen sind grundsätzlich nicht falsch, doch greifen schlichtweg zu kurz, da sie lediglich einzelne Facetten des Geschäftsmodells aufzeigen, indem sie dieses lediglich auf die Kanäle, die Einnahmen und Ausgaben bzw. Schlüsselaktivitäten von Fußballunternehmen reduzieren.

Der ganzheitliche Geschäftsmodellansatz befasst sich jedoch mit den Kunden, dem Angebot, den infrastrukturellen Gegebenheiten und den finanziellen Aspekten eines Unternehmens und setzt sich nach OSTERWALDER und PIGNEUR aus 9 Bausteinen zusammen.

Daher habe ich die Geschäftsmodelle europäischer Profi-Fußballclubs untersucht und die Unterschiede der verschiedenen Clubs in den einzelnen Geschäftsmodell-Bausteinen herausgearbeitet, sowie die individuellen Schwerpunkte bzw. Schlüsselcharakteristiken vorgestellt. Die Betrachtuung beruhte auf folgenden zentralen Fragestellungen:

  1. Wie sehen die Geschäftsmodelle der europäischen Fußballclubs aus?
  2. Auf welchen Besonderheiten beruhen die Geschäftsmodelle?
  3. Was ist das Hauptcharakteristikum bzw. Schlüsselelement des einzelnen Geschäftsmodells?
  4. Können gewisse Stereotype in den Geschäftsmodellen der Profi-Fußballclubs kristallisiert werden?

Was ist ein Geschäftsmodell

Zur Untersuchung dessen bedurfte es zunächst der Entwicklung eines ganzheitlichen Geschäftsmodellansatzes speziell für Fußballunternehmen. Während dieses Entwicklungsprozesses wurde sich zunächst mit der Bedeutung der Geschäftsmodelle für Unternehmen im Allgemeinen befasst und die sog. „Business Model Canvas“ von OSTERWALD und PIGNEUR erläutert, die sich als eine erprobte Methode zur systematischen Erarbeitung, Überprüfung, Visualisierung und Entwicklung von Geschäftsmodellen empfohlen hat.

Akteure der Fußballlandschaft

Des Weiteren erfolgte eine Skizzierung der Landschaft der Fußballbranche, mit einer fokussierten Betrachtung der Branchenkräfte und deren Zusammenspiel. Ebenso fand die Vorstellung der europäischen Big Five Fußballligen sowie die ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Sportpublikum, das sich als eine wesentliche Kundengruppe dieser besonderen Sportorganisationen versteht, statt. Letzteres schließt die Beschreibung der Struktur des Sportpublikums sowie das Herausstellen wesentlicher Impulsgeber für das Agieren als Zuschauer mit ein. Eine Fan-Definition und -Kategorisierung rundeten diesen Punkt ab.

Das Management eines Fußballclubs

Einen weiteren unerlässlichen Bestandteil zur Entwicklung eines ganzheitlichen Geschäftsmodellansatzes für Fußballclubs bildete zudem die Darstellung zentraler Aspekte des Managements einer solchen Sportorganisation (Teil1 & Teil 2), die sich insbesondere den Herausforderungen des sog. doppelten Wettbewerbs gegenübersieht.

Aus dieser Wissensbasis wurden anschließend die zentralen Bausteine für das Muster eines ganzheitlichen Fußballclub-Geschäftsmodells zusammengetragen. Das hieraus resultierende Geschäftsmodell-Muster eines Fußballclubs bildet somit die Essenz der zuvor angeführten Grundlagen, wodurch der Entwicklungsprozess abgeschlossen wurde.

Ein Geschäftsmodell-Ansatz für Fußballclubs

Das Analysetool, das die wesentlichen Aspekte des Fußballclub-Managements in der CANVAS vereint, kann als ein „Geschäftsmodellanalyse-Instrument“ speziell für Fußballclubs verstanden werden, dass im Folgenden grafisch dargestellt wird.

Ganzheitlicher Geschäftsmodell-Ansatz eines Fußballclubs

Dieses Modell wurde anschließend an der FC Bayern München AG angewandt um somit einen praktischen Nutzen zu überprüfen. Inzwischen konnte ich das Geschäftsmodell-Muster auch an der Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA anwenden.

Ausprägungen von FC-Geschäftsmodellen

Im Zuge der Arbeit wurden zudem Schlüsselelemente weiterer Geschäftsmodelle europäischer Topclubs angeführt und beleuchtet, wodurch entsprechende Ausprägungen und Schwerpunkte in deren Clubmodellen ersichtlich wurden. Anhand der kristallisierten Schlüsselelemente erfolgte abschließend die Skizzierung drei wesentlicher Geschäftsmodelltypen von Fußballclubs. Nachfolgende Grafik visualisiert die Ausprägungen.

Geschäftsmodell-Typen von FußballclubsMarco Mesirca / 2012

00 - Das Geschäftsmodell des BVBDas Fußballclub Geschäftsmodell - Entwicklung

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>