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Das Geschäftsmodell eines Unternehmens

Der Begriff „Business Model“ oder auch „Geschäftsmodell“ wird seit dem Jahre 2000 vermehrt in Wirtschaftszeitungen, Management-Magazinen und wissenschaftlichen Ausarbeitungen verwendet. Davor war die Bedeutung des Begriffs in der einschlägigen Literatur fast unwesentlich. Bernd W. WIRTZ zeigt, dass seit 2008 sogar ein erheblicher Anstieg der Verwendung stattgefunden hat (von 1206 Nennungen in 2007 auf 1886 in 2008).

Nach WIRTZ ist die Entstehung des Begriffs „Business Model“ insbesondere zwischen 1998 und 2001 einzuordnen und geht maßgeblich auf die Etablierung und den Aufstieg des Mediums Internet und des E-Commerce zurück. WIRTZ weist nach, dass die zunehmende Bedeutung des Business Model Terminus auf die New Economy zurück zuführen sei. Bis heute ist allerdings keine einheitliche Verwendung des Fachwortes zu erkennen, sodass die Bezeichnung „Business Model“ bzw. „Geschäftsmodell“ in der Regel universell als Terminus für diverse betriebswirtschaftliche Angelegenheiten verwendet wird.

Allerdings verdeutlicht WIRTZ ausführlich, dass das sog. Business Model-Konzept sich über drei wesentliche Entwicklungsschritte hin zu einem integrierten Management-Konzept entwickelt hat, das in enger Verbindung zur Unternehmensstrategie steht. Mithilfe dieses strukturierten und ganzheitlichen Management-Instruments ist es möglich, nachhaltige Wettbewerbsvorteile und somit langfristigen Unternehmenserfolg zu generieren.

Im Grunde ermöglichen die verschiedenen Methoden zur Geschäftsmodell-Analyse die Reduzierung von Komplexität sowie die Darstellung von und Fokussierung auf wesentliche Unternehmensaspekte. Dadurch können die zentralen Herausforderungen einer Organisation und damit verbundene Fragestellungen strategisch und kreativ behandelt und gelöst werden. (Vgl. Wirtz, 2011, S. 3 – 23.)

Peter F. DRUCKERS Geschäftsmodell – Verständnis

DRUCKER weist darauf hin, dass ein Unternehmen die Annahmen zu seinem sog. Businesskonzept bzw. Unternehmenstheorie regelmäßig hinterfragen sollte, damit der Unternehmenserfolg gewährleistet ist. Nach dieser Theorie setzt sich ein Businesskonzept aus drei wesentlichen Annahmen zur Umwelt, spezifischen Mission und zur Kernkompetenz eines Unternehmens zusammen.

Erstere definieren, womit ein Unternehmen Geld verdienen möchte. Die Mission beschreibt, wie die Organisation etwas für die Gesellschaft leisten möchte und welche Ergebnisse von Bedeutung sind. Letztere Annahme befasst sich mit den Kernkompetenzen, die für das Umsetzen der Mission notwendig sind. Die Entwicklung eines schlüssigen und alle Bestandteile verknüpfenden Businesskonzeptes müsse nach DRUCKER mit der Realität übereinstimmen, in der gesamten Organisation kommuniziert und ständig auf Aktualität überprüft werden. Diese ständige Weiterentwicklung resultiere insbesondere aus Veränderungen in der Gesellschaft, der Märkte, der Verbraucher, der Technologie und müsse vor allem stets das Verhalten der Nicht-Kunden analysieren. (Vgl. Drucker, 2009, S. 143 – S. 157)

Der Begriff des „Geschäftsmodells“ kann unter anderem auf DRUCKERS Veröffentlichungen aus den 50er Jahren zurückgeführt werden. Nach BIEGER und REINHOLD schuf DRUCKER mit der sog. „logic of business“ einen Vorläufer des heutigen Geschäftsmodell-Konzeptes. (Vgl. Bieger/Reinhold, 2011, S. 14f.)

Geschäftsmodell nach WIRTSCHAFTSLEXIKON

Nach dem GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON stellt das Geschäftsmodell „die Abbildung des betrieblichen Leistungssystems eines Unternehmens, also die Funktionen einer Unternehmung in ihren Erträgen und Aufwendungen“ (Gabler Verlag, 2012) dar. Weiter heißt es, dass das Geschäftsmodell abbildet „welche externen Ressourcen in ein Unternehmen fließen und wie sie durch den Leistungserstellungsprozess in Produkte bzw. Dienstleistungen transferiert werden“ (Gabler Verlag, 2012)

Geschäftsmodell nach Osterwalder & Pigneur

Eine spezifischere Definition des Terminus „Geschäftsmodell“ nehmen allerdings OSTERWALDER und PIGNEUR vor. Nach ihnen bilde das Geschäftsmodell die Blaupause für eine Strategie, deren Umsetzung mithilfe organisationaler Strukturen, Prozesse und Systeme erfolge. Sie beschreiben das Geschäftsmodell als „Grundprinzip, nach dem eine Organisation Werte schafft, vermittelt und erfasst“ (Osterwalder/Pigneur, 2011, S. 18.)

Dem Konzept der Business Model Canvas zufolge setzt sich ein Geschäftsmodell aus neun Bausteinen zusammen, die aus den vier wichtigsten Bereichen eines Unternehmens entspringen. Aus den Bereichsgruppen Kunden, Angebot, Infrastruktur und finanzielle Überlebensfähigkeit können die Bausteine Kundensegmente, Wertangebote, Kanäle, Kundenbeziehungen, Einnahmequellen, Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten, Schlüssel-partnerschaften und Kostenstruktur entwickelt werden. (Vgl. Osterwalder / Pigneur, 2011, S. 18f.)

Die Business Model Canvas von OSTERWALDER und PIGNEUR bildet einen von mehreren Ansätzen zur Geschäftsmodellentwicklung. Da mithilfe dieser Technik höchst komfortabel Geschäftsmodelle diskutiert, hinterfragt und (neu)gestaltet werden können, gilt dieser Ansatz als stark verbreitet und beliebt (Vgl. Fueglistaller/Müller/Müller/Volery, 2012,  S. 194.). Dieser Ansatz wird in einem weiteren Artikel ausführlicher erläutert.

Marco Mesirca / 2012

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Eine Antwort zu “Das Geschäftsmodell eines Unternehmens

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