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Europas Fußballelite – Finanzielle Stabilität der Top-Clubs

Im vorangegangenen Report wurde die Ausgabenstruktur der 20 umsatzstärksten Fußballclubs beschrieben sowie deren Profitabilität offengelegt. Nachfolgend werden nun die Vermögenswerte (AKTIVA) der Fußballelite und deren Finanzierungsstruktur (PASSIVA) dargestellt. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Prüfung der finanziellen Stabilität…

Die Vermögenswerte und deren Finanzierung

Europas Fußballelite - finanzielle StabilitätDie Vermögenswerte eines Fußballunternehmens lassen sich, wie bei anderen Wirtschaftsunternehmen auch, in (langfristig) Anlagevermögen und (kurzfristig) Umlaufvermögen unterscheiden. Erstere bilden Sachanlagen (Stadion, etc.) und immaterielle Vermögenswerte (Spieler, Lizenzen, etc.). Das Umlaufvermögen setzt sich aus liquiden Mitteln, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristigen Wertpapieren zusammen. Im Grunde alle Wertanlagen die kurzfristig angelegt sind und innerhalb eines Jahres liquidiert werden können.

Die Passivaseite gibt Aufschluss über die Finanzierung dieser Vermögensgegenstände. Hier wird in Eigen- und Fremdkapital unterschieden. Letzteres wird in lang- & kurzfristige Verbindlichkeiten unterschieden.

Gesamtvermögen = EUR 8,1 Mrd.

Die 20 untersuchten Institutionen hatten am Ende des Geschäftsjahres kumuliert ein Gesamtvermögen im Wert von EUR 8,1 Mrd., das zu 69% aus Anlage- und zu 31% aus Umlaufvermögen bestand. Die Finanzierungsstruktur setzte sich zu 20%  aus Eigenkapital, zu 33% aus langfristigen Verbindlichkeiten und zu 47% aus kurzfristige Verbindlichkeiten zusammen. Soweit so gut. Doch, wie bei der Profitabilität der Clubs, zeigen sich auch hier massive Unterschiede in der Einzelbetrachtung.

Nachfolgende Grafik gibt nun zunächst einen Überblick zu den Bilanzen der 20 umsatzstärksten Fußballclubs (Fußballelite) am Ende der Saison 2010/11 (Beim FC Schalke 04 ist das Ende des Geschäftsjahres der 31.12.2010 und nicht Juni 2011, wie bei den meisten anderen Clubs).

08 - Aktiva und Passiva der 20 umsatzstärksten Fußballclubs

Das höchste Gesamtvermögen wies der Studie (von Prof. Dr. Gay de Liebanà) zu folge Manchester United (EUR 1 Mrd.) aus, das sich zu 34% aus Anlage- und zu 66% aus Umlaufvermögen zusammensetzte. Mit diesem prozentualen Übergewicht des Umlaufvermögens, zeigt sich beim englischen Club eine starke Umlaufintensität (66% – Anteil des Umlaufvermögens), mit der der englische Club im Vergleichsfeld eine absolute Ausnahme bildete. Dies ist nicht weiter schlimm, sondern nur im Vergleich zu den anderen Mitgliedern der Fußballelite auffällig.

Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen

Je nach Struktur und Liquidierbarkeit des Umlaufvermögens können hierdurch verschiedene Tendenzen interpretiert werden. So könnte der Unternehmensführung zum einen eine ausgeprägte Flexibilitätsbestrebung unterstellt werden, sodass auf neue Marktgegebenheiten schneller reagiert werden kann. Es könnte allerdings auch sein, dass Probleme in der Liquidierbarkeit (Bsp. Vorräte werden nicht verkauft oder Forderungen können nicht eingetrieben werden) bestehen. Interessant in diesem Zusammenhang wäre eine genauere Einsicht in die Struktur des Umlaufvermögens Manchester Uniteds.

Die geringste Umlaufintensität wies mit 10% der FC Schalke 04 (EUR 26 Mio.) auf. Das Fußballunternehmen hat demnach eine sehr hohe Anlageintensität (90%), was bedeutet, dass der Großteil des Gesamtvermögens langfristig gebunden ist. Ein hoher Wert jedoch hat gewisse Risiken inne, da dadurch schnelles Reagieren auf Markttrends nicht immer möglich ist. Unternehmen mit einer hohen Anlageintensität sollten in einer Umgebung von hoher Planbarkeit agieren. Ob das Fußballgeschäft dies ermöglicht, sei dahin gestellt. Allerdings sei hier auf die „relativ“ schnelle Liquidierbarkeit von Spielerwerten hingewiesen, die selbstverständlich von der Qualität der Spieler und deren Begehrtheit abhängt. Im Zusammenhang mit dem Umlaufvermögen sollte eine Betrachtung der kurzfristigen Verbindlichkeiten getätigt werden, die im Laufe dieses Artikels erfolgt. Doch kommen wir zunächst auf die Finanzierungsstruktur der Vermögenswerte. Wie ist das Gesamtvermögen der Fußballelite finanziert?

Sicherheit & Stabilität

Da die Eigenkapitalquote Aufschluss über den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital gibt, wird hieraus auch die Verschuldung eines Unternehmens deutlich. Diese ist daher umso geringer, je höher die Eigenkapitalquote ist.

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass es nicht ungewöhnlich ist Fremdkapital (Kredite, Darlehen, etc.) einzusetzen. Die Frage ist nur zu welchen Rückzahlungsmodalitäten (Zins, Laufzeit, etc.) und welchem Zweck diese dien(t)en. Es kann sein, dass es  günstiger ist Fremdkapital (wegen steuerlicher Abzugsfähigkeit, etc.) zu nutzen, sodass manche Unternehmensführung geliehenes Kapital bevorzugt einsetzt. Hierdurch erhöht sich allerdings auch das Risiko für das Unternehmen. Da das Fremd- im Gegensatz zum Eigenkapital eine Fälligkeit aufweist und somit irgendwann zurückgezahlt werden muss.

Konservativ finanzierte Unternehmen haben eine hohe Eigenkapitalquote (Eine Richtwertangabe ist hier schwierig, doch ich würde angeben größer 50%) und bevorzugen somit die größere Sicherheit, die aus einer wahrscheinlicheren finanziellen Stabilität resultiert. Das Eigenkapital kann in Krisenzeiten ein wertvolles Polster bilden, mit dem auch negative Geschäftsjahre aufgefangen werden können.

Nun kann es jedoch sein, dass Unternehmen, wie der FC Barcelona (-13% / EUR -69 Mio.), Inter Mailand (-5% / EUR -24 Mio.), AC Milan (-21% / EUR -77 Mio.), Juventus Turin (-1% / EUR -5 Mio.), FC Schalke 04 (-34% / -69 Mio.) und der HSV (-4% / EUR -4 Mio.), ein negatives Eigenkapital und somit eine negative Eigenkapitalquote ausweisen.

Bei Unternehmen mit negativer Eigenkapitalquote übersteigt das Fremdkapital den bilanziellen Wert des Gesamtvermögens, sodass man von einer Überschuldung sprechen kann. Ein negatives Eigenkapital entsteht, wenn der Fehlbetrag (Konzernergebnis; EAT) einer Periode nicht mit Hilfe des Eigenkapitals gedeckt werden kann bzw. das Eigenkapital durch Jahresfehlbeträge aufgezerrt wird/wurde. Die Folge ist Aufnahme von Fremdkapital, was zu lang- bzw. kurzfristigen Verbindlichkeiten führt.

Negatives Eigenkapital = „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“

Hingewiesen werden muss an dieser Stelle auf die deutschen Vertreter, die abgesehen von Borussia Dortmund, nach Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) bilanzier(t)en. In den Konzernabschlüssen des FC Schalke und des Hamburger Sportvereins wurde anstatt eines negativen Eigenkapitalwertes auf der Passivseite, ein als „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ Posten auf der Aktivseite ausgewiesen, sodass sich die Bilanzsumme um die Höhe des hier als negativ erfassten Wertes erhöhte. Aus Folge dessen zeigten die Berichte des FC Schalke 04 und HSV eine Bilanzsumme in Höhe von EUR 265,34 Mio. und EUR 110,7 Mio..

Da allerdings die Verantwortlichen der Studie aus Barcelona den Wert „Equity“ auswiesen, der sich aus der Differenz des Gesamtkapitals und des Fremdkapitals errechnen lässt, habe ich dieses Vorgehn hier auch angewandt. Dadurch wird ein einheitlicher Blick ermöglicht, auch wenn es bilanztechnisch nicht ganz korrekt erscheint, verschiedene Rechnungslegungsvorschriften zu mischen.

14 Clubs positive Eigenkapitalquote

Neben den negativen Auffälligkeiten möchte ich auch die positiven Eigenkapitalquoten in der Fußballelite hervorheben. Im Mittel wiesen die Betrachtungsobjekte eine positive Eigenkapitalquote von +20% aus, was nicht besonders hoch ist.

Über der durchschnittlichen EKQ der 20 Betrachtungsobjekte lagen FC Bayern München (46% / EUR 239 Mio.), O. Lyon (40% / EUR 105 Mio.), Arsenal London (38% / EUR 296 Mio.), AS Roma (34% / EUR 75 Mio.), BVB (30% / EUR 68 Mio.), Real Madrid (30% / EUR 251 Mio.), Tottenham (28% / EUR 90 Mio.), Napoli (27% / EUR 29 Mio.), O. Marseille (26% / EUR 31 Mio.) und Chelsea London (25% / EUR 107 Mio.).

Die höchste Eigenkapitalquote zeigte der blaue Stadtrivale der Red Devils – Manchester City. Das Eigenkapital in Höhe von EUR 302 Mio. umfasste 53% des Gesamtvermögens der Citizens. Die übrigen 47% waren durch Fremdkapital finanziert, das sich zu 46% aus langfristigen (EUR 126 Mio.) und zu 54% aus kurzfristigen Verbindlichkeiten (EUR 147 Mio.) zusammensetzte. Somit umfassten die kurzfristigen Verbindlichkeiten 26% des Gesamtvermögens der Citizens.

Allerdings lässt sich für Manchester City aufgrund des hohen Verlustes, eine negative EigenkapitalRENDITE von -72% errechnen, sodass das Eigenkapital bei weiterem defizitärem Wirtschaften in dieser Größenordnung (ca. EUR -200 Mio.) in ca. 15 Monaten aufgebraucht wäre.

Eigenkapitalquote & Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite (EKR) lässt sich hervorragend im Zusammenhang mit der Eigenkapitalquote anführen. Mit Hilfe dieser Kennzahl wird die Verzinsung des von den Eigenkapitalgebern eingebrachten Kapitals dargestellt, sodass die Effizienz des Kapitaleinsatzes geprüft werden kann. Die Eigenkapitalrendite ist der Quotient aus Jahresergebnis (hier EAT; Gewinn nach Steuer) und Eigenkapital und sollte mehrere Perioden berücksichtigen. Da mir allerdings nur die Werte für eine Periode vorliegen, belasse ich es bei der Betrachtung einer Periode.

Wir erfahren also mit Hilfe dieser Kennzahl wie hoch die Verzinsung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2010/11 war. Die Rentabilität eines Unternehmens sollte allerdings immer unter Berücksichtigung der finanziellen Stabilität erfolgen, da diese nicht selten unter hohem Risiko „erzwungen“ werden kann, wird und ist. Es bietet sich daher an, die Eigenkapitalrendite in Bezug zur Eigenkapitalquote zu betrachten.

Im Schnitt erzielten die 20 umsatzstärksten Fußballclubs bei einer Eigenkapitalquote von 20% eine negative Eigenkapitalrendite von -38% aus. Daraus kann zum einen abgeleitet werden, dass in dieser Periode erhebliches Eigenkapital verbrannt wurde. Die errechnete „Cash Burn Rate“ liegt bei 2,6 und bedeutet, dass bei diesem defizitären Handeln das kumulierte Eigenkapital der Clubs in 31 Monaten aufgebraucht wäre. Zum anderen besteht eine massive betriebswirtschaftliche Dysfunktion und finanzielle Instabilität.

Teilweise Rendite aber bei hohem Risiko

Doch auch hier zeigt die Einzelbetrachtung durchaus Lichtblicke. Die höchste Eigenkapitalrendite generierte mit 14% der SSC Neapel, gefolgt von Real Madrid (13%), dem BVB (8%), Manchester United (7%), Schalke 04 (7%) und Arsenal London (5%). Da allerdings die EKQ bei diesen Clubs nicht höher als 35% liegt, kann hier angenommen werden, dass diese durchaus guten Verzinsungen auf einer nicht zu unterschätzenden Unsicherheit beruhen. -> Rendite bei hohem Risiko.

Einen absoluten Lichtblick stellt der deutsche Rekordmeister Bayern München dar, der mit einer Eigenkapitalquote von 46% eine Eigenkapitalrendite von 0,5% zeigte. In diesem Jahr war zwar die Rentabilität nicht hervorragend, jedoch zeugt die gute Eigenkapitalquote für eine hohe finanzielle Stabilität des Konzerns. Zudem muss beachtet werden, dass der Münchner Club die Saison 2010/11 hinter seinen sportlichen Zielen beendete (Ausscheiden in CL Achtelfinale, Dritter BL).

O.Lyon, AS Rom, O. Marseille, Chelsea London, Liverpool und Manchester City offenbarten alle, bei einer positiven EKQ, eine negative EKR und liefen somit Gefahr, bei weiterem defizitären wirtschaften ihr bestehendes Eigenkapital aufzuzerren. Die nachfolgende Abbildung gibt eine detaillierte Übersicht zur EKQ und EKR der 20 umsatzstärksten Fußballclubs.

Eigenkapitalquote & Eigenkapitalrendite der 20 umsatzstärksten FußballclubsFußballclubs

Besonders bedenklich zeigte sich die Situation des FC Barcelona nicht nur in Anbetracht der Eigenkapitalquote sondern auch in Anbetracht der Höhe der kurzfristigen Verbindlichkeiten (Fälligkeit < 1 Jahr). Bei den Katalanen bildeten diese mit EUR 410 Mio. 80% des Gesamtkapitals. Wir erinnern uns: Barca wies mit EUR -69 Mio. bereits ein negatives Eigenkapital aus und generierte zudem ein negatives Jahresergebnis in Höhe von EUR -9,3 Mio. Der in sportlichen Belangen als Vorbild geltende Traditionsclub sah sich somit Ende der Saison 2010/11 nicht nur einer mangelnden Rentabilität, sondern auch einer enormen finanziellen Instabilität gegenüber. Dies verdeutlicht auch die starke Unterfinanzierung des Clubs, welche sich mit Hilfe der Liquidität 3. Grades feststellen lässt.

Liquidität 3.Grades – Nicht nur Barca unterfinanziert

Beim FC Barcelona, wird anhand dieser Kennzahl deutlich, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten zum damailigen Zeitpunkt lediglich zu 45% durch Umlaufvermögen gedeckt waren. Der „goldenen Bilanzregel“ zufolge sollte jedoch das Anlagevermögen langfristig und das Umlaufvermögen kurzfristig finanziert sein. Betrachten wir nun die Kennzahl stellen wir eine Unterfinanzierung des Umlaufvermögens fest. Das bedeutet beim katalanischen Club muss langfristiges Anlagevermögen für die Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten verwendet werden. Doch nicht nur der katalanische Superclub weist eine gefährliche Unterfinanzierung auf. Tatsächlich wiesen neun Clubs eine schlechtere Liquidität 3. Grades aus.

3 FußballClubs L3G > 120%

Für lediglich 3 Clubs lässt sich zum Ende des Geschäftsjahres 2010/11 ein Wert errechnen, der über der allgemeinen betriebswirtschaftlichen Empfehlung (ca. 120%) liegt. Dies sind Manchester United (215%), Arsenal London (171%) und der FC Bayern München (133%). Wobei ich hier anmerken möchte, dass ich den kurzfristigen Verbindlichkeiten des bayerischen Clubs die sog. passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 76 Mio. hinzuaddiert habe. Hierbei handelt es sich um Einnahmen, deren Eingang bereits in der Betrachtungsperiode (2010/11) erfolgte, deren Ertrag aber eine spätere Periode (bspw. 2011/12) betrifft. Ohne diese hätte der Club einen Wert von erstaunlichen 300%, wodurch deutlich wird, dass das Umlaufvermögen des Bayern-Konzerns die kurzfristigen Verbindlichkeiten überdurchschnittlich deckte.

10 - Liquidität 3.Grades der 20 umsatzstärksten Fußballclubs

Mit Hilfe der Liquidität 3. Grades haben wir nun die Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten einzelner Clubs dargestellt. Um zu überprüfen wie es um die Finanzierung der langfristigen Vermögenswerte bestellt ist, lassen sich nun noch der sog. Anlagedeckungsgrad I und II heranziehen. Erstere Kennzahl überprüft den prozentualen Anteil des Anlagevermögens, der durch Eigenkapital gedeckt ist, während letztere Kennzahl zum Eigenkapital die langfristigen Verbindlichkeiten addiert (Langfristiges Anlagevermögen und langfristige Finanzierung).

Anlagendeckungsgrad I und II

Die betriebswirtschaftliche Literatur empfiehlt für erstere Kennzahl einen Mindestzielwert von 70% und somit, dass die langfristigen Vermögenswerte größtenteils durch Eigenkapital finanziert sein sollten. Für den Anlagendeckungsgrad II werden 130% empfohlen, sodass auch ein Teil des Umlaufvermögens langfristig gedeckt ist. Bei Unternehmen mit Werten unter 100% besteht die Gefahr von Zahlungsschwierigkeiten in der Begleichung kurzfristiger Verbindlichkeiten. Wir werden nun sehen, ob die genannten Vermögenswerte einer ausreichenden Deckung unterliegen oder ob es sich um eine Unterfinanzierung handelt.

Für den Anlagendeckungsgrad I ergibt sich ein katastrophales Bild in der betrachteten Fußballbranche. Lediglich ein Club kann sein Anlagevermögen zu 70% decken. Der FC Bayern München, der bereits mit einer hervorragenden Liquidität 3.Grades glänzte, entspricht mit 72% der betriebswirtschaftlichen Empfehlung. Und auch bei zweiter Kennzahl ist der FC Bayern mit 108%, neben Arsenal London (119%) und Manchester United (203%) gut vertreten.

Den negativsten Wert wies der AC Milan auf, dessen Anlagevermögen ausschließlich durch kurzfristiges Fremdkapital gedeckt war (ADG II Wert: -9,8%). Jedoch zeigen sich erhebliche Unterschiede in den Marktwerten und den bilanziellen Werten der Spieler, sodass mittels des Verkaufes eines Spielers, gerade wenn eine hohe Nachfrage besteht und er vertraglich länger gebunden ist, ein höherer Erlös generiert werden kann, als der bilanzielle Wert ausweist.

11 - Anlagendeckungsgrad I & II der 20 umsatzstärksten Fußballclubs

Fazit – Sport ist Mord oder doch nicht

Setzen wir nun Zusammen. Die Fußballbranche zeigte in der Einzelbetrachtung für die Periode 2010/11 ein durchweg gemischtes Bild, dessen negativer Touch im Bezug auf die Beachtung betriebswirtschaftlicher Grundregeln überwiegt. Sportlicher Erfolg scheint wichtiger als der wirtschaftliche. Was auch sehr zu begrüßen ist.

Jedoch wird dieser unter einer massiven finanziellen Instabilität und zu hohen Risiken in Kauf genommen. „Sport ist Mord“ könnte hier passend kundgetan werden, wäre da nicht diese erstaunliche Widerstandsfähigkeit. Aufgrund des Fortbestands dieses Unterhaltungsbetriebes und den zunehmenden Wachstumszahlen, beweist sich der Fußball als eine extrem widerstandsfähige Industrie, dessen Überleben dem unglaublichen Unterhaltungsfaktor geschuldet scheint.

Doch es gibt auch Lichtblicke, wie der bayerische Musterclub zeigt. Rummenigge sagte einmal in einem Interview, dass es die Aufgabe der Unternehmensführung sei, dafür zu sorgen, dass die Marke FC Bayern hell leuchte. Keine unkonventionelle Sichtweise für ein Unternehmen dieser Größe. Doch anders als viele Clubs schafft es der FC Bayern sein positives Markenimage, was auf einer fantastischen sportlichen Basis fußt, mit einer finanziellen und wirtschaftlichen Vernunft zu versehen, die in betrachteter Branche seines Gleichen sucht. Dadurch wird nicht nur Unterhaltung transportiert, sondern auch Solidität, Seriosität, Vernunft und vor allem Professionalität. Der FC Bayern schreitet als Vorzeigeunternehmen in einer Branche voran, deren wirtschaftliche Professionalisierung in den Kinderschuhen zu stecken scheint.

Zwar werden im professionellen Fußballgeschäft massive Umsätze generiert, doch ist kaum bekannt, wie das in bare Münze umgewandelt werden kann. Sportlicher Erfolg muss nicht den wirtschaftlichen Erfolg ausschließen, vielmehr kann Letzteres ersteres beflügeln, sodass der Schritt vom Fußballverein zum nachhaltig geführten Fußballunternehmen gelingen kann. Sportlicher Erfolg auf Basis, oder besser, trotz wirtschaftlicher Stabilität und Gewinngenerierung – Das ist die Kunst des Fußballmanagements.

Marco Mesirca / 2013

Europas Fußballelite - Ausgabenstruktur und ProfitabilitätBVB - Die Wiedergeburt des gelben Rivalen

2 responses to “Europas Fußballelite – Finanzielle Stabilität der Top-Clubs

  1. Sehr geehrter Herr Mesirca,

    ich schreibe grade meine Masterarbeit über die Auswirkungen des Financial Fairplays. Liegt das hohe Eigenkapital von Manchester City an dem Investor? Da Manchester City nur Verluste macht können Sie doch eigentlich gar nicht so ein hohes Eigenkapital haben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Buchholz

  2. Pingback: Finanzanalyse des FC Bayern München

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