FC Bayern AG – Bayerischer Superclub (1/3)

Die FC Bayern München AG bildet Deutschlands führendes Fußballunternehmen, dessen Dominanz sich sowohl in den sportlichen als auch wirtschaftlichen Erfolgen der letzten Jahrzehnte ausdrückt. Im nachfolgenden Beitrag wird die Konzernstruktur sowie die finanzielle Lage des bayerischen Superclubs beschrieben.

FC Bayern `s sportliche DominanzFC Bayern AG 150x150 FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)

Die national bestehende Vormachtstellung des Clubs zeigt sich zum einen in insgesamt 22 Meistertiteln, 15 DFB-Pokal und 6 Ligapokal Triumphen. Zum anderen wird dies anhand der erfolgreichen Periode von 1999/2000 bis 2009/2010 verdeutlicht, in der der FC Bayern siebenmal deutscher Meister und zweimal Vizemeister wurde sowie kumulierte 772 Punkte im Bundesliga-Wettbewerb erzielte. Mit diesem Wert bildet er den absoluten Primus im deutschen Fußball.

Obwohl seit 2001, nach insgesamt vier Champions League bzw. Landesmeister Siegen, kein internationaler Titel mehr errungen wurde, gilt er als ein international höchst wettbewerbsfähiger Club, der 2009/10 und 2011/12 jeweils das Finale der Champions League erreichte und im Zeitraum 1999 bis 2012 kumuliert die viert meisten Punkte im Königswettbewerb erspielte. (siehe Artikel: Die Champions der Champions-League)

… und Umsatzstärke

Der DELOITTE „Football Money League 2012“ zufolge rangiert der deutsche Fußballprimus auf Rang vier der umsatzstärksten Fußballunternehmen in Europa. Mit EUR 321,4 Mio., exklusive Transfererlöse, liegt der FC Bayern München hinter Manchester United (EUR 367 Mio.), FC Barcelona (EUR 450,70 Mio.) und Real Madrid (EUR 479,50 Mio.) auf Rang vier der Umsatztabelle. Diese Position scheint dank des Abstandes von EUR 70,3 Mio. zum fünft umsatzstärksten Club Arsenal London (EUR 251,1 Mio.) gefestigt.

Diese erstklassige Position der FC Bayern München AG ist auf die hervorragende Management-Arbeit des Clubs zurückzuführen (Manager Magazin) und resultiere nach KUPFER aus der „frühzeitige[n] Schaffung entwicklungsfördernder Führungsstrukturen, Personalentscheidungen und sportlicher wie wirtschaftlicher Arbeitsbedingungen” (Vgl. Kupfer, 2006, S. 127.)

Einnahmenstruktur der umsatzstärksten Fußballclubs 2010 111 1024x588 FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)

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Konzernstruktur FC Bayern München AG

Der FC Bayern München AG Konzern setzt sich aus dem Mutterunternehmen FC Bayern München AG und den Tochterunternehmen Allianz Arena München Stadion GmbH, Allianz Arena Payment GmbH und Arena Stadion Beteiligungs GmbH & Co. KG zusammen.

Der Mutterkonzern sieht seine wirtschaftlichen Aktivitäten nach Konzernabschlussangaben „in der Unterhaltung von Fußball-Mannschaften sowie deren Vermarktung auf allen zur Verfügung stehenden Märkten, der Verwertung eigener Rechte und dem Handel mit Produkten aus dem Bereich der Marke FC Bayern einschließlich aller gängigen Formen des Merchandisings”. Des Weiteren umfasst der Aufgabenbereich des Mutterkonzerns das Nutzen und Verbessern der zur Verfügung stehenden Kanäle für den Vertrieb der Merchandising-Artikel sowie das Bedienen ausländischen Interesses an der Marke und den damit verbundenen Zusatzprodukten und –dienstleistungen des FC Bayern München.

Die Tochterunternehmen sind für das gesonderte Geschäftsfeld der Allianz-Arena als Fußballstadion und der damit verbundenen Aufgaben (Stadionbetrieb, Vermietung, Vermarktung sowohl an Spieltagen als auch an Nichtspieltagen) verantwortlich. Das Grundkapital des Konzerns ist in 27,5 Mio. Stückaktien aufgeteilt, die von dem FC Bayern München e. V. (22,5 Mio. Stk), der Adidas AG (2,5 Mio. Stk.) und der Audi AG (2,5 Mio. Stk.) gehalten werden.

Nachfolgende Abbildung stellt die Konzernstruktur der FC Bayern München AG sowie die wesentlichen Abteilungen des Mutterunternehmens (Stand 09.2012) dar.

Abb25 Konzernstruktur FC Bayern AG1 728x1024 FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)

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 Einnahmequellen FC Bayern München AG

Der ausgewiesene Gesamtumsatz des Konzerns in der Saison 2010/11 beläuft sich auf EUR 328,5 Mio. und bildet den zweithöchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte. Die Gesamterlöse decken sich, abzüglich der inkludierten Transfereinnahmen, mit den Angaben der DELOITTE „Football Money League“ 2012. Dabei sind ca. 89 Prozent (EUR 290,9 Mio.) des Konzerngesamtumsatzes auf den Bereich Fußball zurückzuführen und resultieren und somit aus den Aktivitäten des Mutterunternehmens. Die Erlösquellen bilden Einnahmen aus Spielbetrieb (EUR 104,50 Mio.), Sponsoring und Vermarktung (EUR 82.3 Mio.), Merchandising (EUR 43,90 Mio.), TV- und Hörfunkvermarktung (EUR 39,2 Mio.) sowie sonstige Einnahmen (EUR 13,9 Mio.) und Transfererlöse (7,1 Mio.). Um den Gesamtumsatz zu komplettieren, können EUR 37,6 Mio. aus den Aktivitäten der Tochterunternehmen angeführt werden. (Vgl. Hörwick, 2011, S. 1-4.)

Im Bericht der DELOITTE Sports Business Group hingegen werden die Einnahmequellen anders strukturiert. Dies ist nach Angaben der Studienverantwortlichen nötig, um eine sinnvolle Vergleichbarkeit der untersuchten Clubs zu gewährleisten. DELOITTE wählt die drei Einnahmequellen „Matchday“, „Broadcasting“ und „Commercial“, die beim FC Bayern München kumuliert EUR 321,4 Mio. ergeben.

Nachfolgende Grafik stellt die beiden Angaben zur Einnahmenstruktur des Konzerns übersichtlich dar und verdeutlicht deren prozentuale Verteilung. Der Grafik ist zu entnehmen, dass die Einnahmen „Spielbetrieb“ und „TV- & Hörfunkvermarktung“ mit kumulierten EUR 143,70 Mio. identisch mit der ausgewiesenen Summe aus den Einnahmen „Matchday“ und „Broadcasting“ in der DELOITTE Studie sind, wobei hier in der jeweiligen Zusammensetzung markante Unterschiede bestehen. Weiter umfassen die Erlöse „Commercial“ in der DELOITTE Studie Einnahmen aus Merchandising, Sponsoring und Vermarktung, sonstigen Bereichen sowie aus Aktivitäten der Tochterunternehmen.

Abb26 Einnahmenstruktur FC Bayern München 836x1024 FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)

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Ausgabenstruktur FC Bayern München AG

Die Ausgabenstruktur der FC Bayern München AG für den Bereich Fußball setzt sich aus Personalaufwendungen (EUR 156,3 Mio.), betrieblichen Aufwendungen (EUR 71,9 Mio.), Materialaufwand und -einsatz (EUR 20,3 Mio.), Abschreibungen (EUR 35,4 Mio.) sowie außerordentlichen Aufwendungen (EUR 0,9 Mio.) zusammen und beläuft sich auf kumulierte EUR 284,80 Mio.

Abb27 Ausgabenstruktur FC Bayern München AG Mutterunternehmen 1024x388 FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)

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Der größte Ausgabenposten des Clubs, Personalaufwand, bildet somit 55 Prozent der Gesamtausgaben und umfasst 54 Prozent der Gesamteinnahmen des Mutterunternehmens. Die fußballbezogenen Personalaufwendungen bilden zudem 48 Prozent der gesamten Konzerneinnahmen. Hier kann daher ein fußballbezogenes Lohnkosten-Umsatz-Verhätnis von 48 Prozent angeführt werden. Im europäischen Fußball ein außergewöhnlicher Wert.

Die Unternehmensführung verfolgt nach eigenen Angaben eine „einnahmeorientierte Ausgabenpolitik“ mit dem besonderen Merkmal, dass Transfers ohne die Aufnahme von Fremdmitteln finanziert werden.

Betriebsergebnis FC Bayern München AG

Werden die Einnahmen und Ausgaben des Mutterunternehmens (Bereich Fußball) gegenübergestellt ergibt sich ein Ergebnis von EUR 6,1 Mio. (EUR 290,9 Mio. – EUR 284,8 Mio.), das zuzüglich der Erträge aus Beteiligungen, Wertpapieren und Zinserträgen in Höhe von EUR 1,8 Mio. einen Gewinn vor Steuer in Höhe von EUR 7,9 Mio. ergibt.

Wird das Ergebnis der Allianz Arena München Stadion GmbH in Höhe von EUR 0,9 Mio. übernommen, so ergibt sich ein Gewinn vor Steuer in Höhe von EUR 8,8 Mio., der nach Steuer EUR 1,3 Mio. beträgt. Dieses Ergebnis hat sich allerdings gegenüber dem Vorjahr (EUR 2,9 Mio.) um 55 Prozent verringert.

Dies ist nach HOPFNER hauptsächlich dem weitestgehend ausbleibenden sportlichen Erfolg in der Saison 2010/11 sowie der Finanz- und Eurokrise geschuldet. Nichtsdestotrotz wurde zwischen 2001/02 bis 2010/11 lediglich einmal ein Verlust nach Steuern in Höhe von EUR 3,4 Mio. (2003/04) ausgewiesen. Das Mutterunternehmen konnte somit seit 2001/02 in 9 Konzernabschlüssen einen Gewinn präsentieren, womit der Club eine absolute Ausnahmestellung im europäischen Fußball einnimmt. In nachfolgender Grafik wird die Umsatz- & Gewinnentwicklung des Mutterunternehmens FC Bayern München AG seit 2001/02 ersichtlich.

FC Bayern Umsatz Gewinnentwicklung FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)

HOPFNER weist daraufhin, dass die Auflagen der UEFA für das „Financial Fairplay“ mehr als erfüllt seien und der FC Bayern bestens für die Zukunft aufgestellt sei. Dies bestätigt auch das Eigenkapital sowie die freie Liquidität der FC Bayern München AG, die zum 30.06.2011 EUR 268,3 Mio. bzw. EUR 129,1 Mio. betrug.

Finanzielle Ressourcen FC Bayern Müchen AG

Unter dem Eigenkapital sind die Finanzmittel eines Unternehmens zu verstehen, „die von seinen Eigentümern zur Verfügung gestellt oder als erwirtschaftete Gewinne im Unternehmen belassen werden“ (Arentzen, 2006, S. 92.). In diesem Zusammenhang bietet sich die Eigenkapitalquote an, die den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens angibt und somit Aufschluss über die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit des Unternehmens liefert. (Vgl. Arentzen, 2006, S. 92.)

Nach Konzernangaben beträgt die Eigenkapitalquote für das Geschäftsjahr 2010/11 des FC München AG Konzerns 46 Prozent  (Dies ergibt sich aus einem Eigenkapital in Höhe von EUR 238,76 Mio. und einem Gesamtkapital des Konzerns von EUR 518,64 Mio.) und des Mutterunternehmens 74 Prozent (Dies ergibt sich aus einem Eigenkapital in Höhe von EUR 268,3 Mio. und einem Gesamtkapital der AG von EUR 360,3 Mio.).

Zur Komplettierung der Kapitalstruktur eines Unternehmens wird das Fremdkapital angeführt, dass sich aus Verbindlichkeiten, Rückstellungen und passiven Rechnungsabgrenzungsposten zusammensetzt. (Vgl. Arentzen, 2006, S. 131, 192.) Dieses beträgt beim FC Bayern Konzern EUR 279,88 Mio. und beim Mutterunternehmen EUR 92 Mio.

Daraus ergibt sich ein Anspannungsgrad von 54 Prozent für den Konzern sowie 26 Prozent für das Mutterunternehmen. Den stärksten Einfluss auf das Fremdkapital des Konzerns üben die noch bestehenden EUR 123 Mio. Verbindlichkeiten aus Darlehen aus, die zur Finanzierung des Stadionbaus 2004/05 benötigt und aufgenommen wurden.

Die Kapitalstruktur des Konzerns setzt sich somit beinahe gleichmäßig aus Eigen- und Fremdkapital zusammen. Dennoch zeigt sich eine ausgeprägte Unabhängigkeit von den Kapitalmärkten die sich in der Liquidität ersten Grades von 178 Prozent und der Liquidität zweiten Grades von 213 Prozent äußert.

Erstere Kennzahl bildet das Verhältnis der liquiden Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten, während für Zweite zu den liquiden Mitteln die kurzfristigen Forderungen des Unternehmens addiert und durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten dividiert werden.

Ferner weist die FC Bayern München AG als Mutterunternehmen eine höchst eigenkapitalstarke Kapitalstruktur (74 Prozent Eigenkapital) auf, die für die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit des Clubs spricht.

Das Vermögen des Konzerns in Höhe von EUR 518,64 Mio., setzt sich im Wesentlichen aus Sachanlagen (EUR 279,35 Mio.) und liquiden Mitteln (EUR 143,7 Mio.) zusammen.

Das Mutterunternehmen weist Vermögenswerte in Höhe von EUR 360,3 Mio. aus, dessen Gros auf Sach- und Finanzanlagen (EUR 155,4 Mio.) sowie Umlaufvermögen (EUR 159,3 Mio.) zurückzuführen ist.

FC Bayern `s Finanzmanagementstrategie

Diese angeführten Aspekte verdeutlichen den Grundsatz der verfolgten Finanzmanagement-Strategie der Unternehmensführung, die nach Konzernangaben „seit jeher auf die Wahrung einer ausreichenden Liquiditätsversorgung bei maximal möglicher Unabhängigkeit“ ausgerichtet ist. Weiter heißt es, sei die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns absolut solide und ermögliche weiterhin ein gesichertes Wirtschaften. Zudem zählt der Konzern “im nationalen sowie auch internationalen Branchenvergleich zu der Minderheit der nachhaltig profitablen und ohne mittel- oder langfristigen Fremdfinanzierung erfolgreichen Sportunternehmen”.

Der FC Bayern weist ausdrücklich daraufhin, dass der wirtschaftliche Erfolg niemals vom sportlichen Erfolg abgekoppelt werden könne. Der wirtschaftliche Erfolg ist daher absolut abhängig von den Leistungen der Lizenzspieler. Daher ist der Spielerkader des FC Bayern auf die Teilnahme an internationalen Wettbewerben, explizit an der UEFA Champions League, ausgerichtet. Eine Nicht-Qualifikation an diesem europäischen Wettbewerb führe zu erheblichen Einnahmeausfällen und hat somit unmittelbaren Einfluss auf das Betriebsergebnis, da insbesondere Anpassungen an den Ausgaben nur bedingt möglich seien.

Es besteht somit eine Ausrichtung der Ausgabenstruktur auf den sportlichen Erfolg. Um den Risiken des Personaleinsatzes bestmöglich entgegenzutreten, werden ein intensives Scouting sowie sportmedizinische Tests eingesetzt, die in Kombination mit optimalen Trainings- und Rehabilitationsmaßnahmen die Risiken von Fehleinkäufen und somit ausbleibendem sportlichem Erfolg minimieren sollen.

Fazit – Gewinn in allen Bereichen

Die zuvor angeführten Informationen zu Konzernstruktur und Finanzlage der FC Bayern München AG legen dar, dass der bayerische Superclub nicht nur ein sehr gut geführter Fußballunternehmen darstellt sondern, und das ist nicht selbstverständlich, ein vorbildliches und profitables Wirtschaftsunternehmen bildet.

Die Organisation erwirtschaftet seit Jahren Gewinne und dürfte wohl zu den gesündesten Clubs der Welt gehören. Dies betont auch der Präsident des FC Bayern München Uli Hoeneß stolz, der im Vorfeld der Bekanntgabe der neuen Umsatzzahlen (2011/12) durchblicken ließ, dass der FC Bayern dastehe wie eine Eins und sich in einer wirtschaftlichen Situation “wie kaum ein Verein in Europa, vielleicht wie gar keiner“ befände. Tatsächlich hat der Konzern auch in der abgelaufenen Saison 2011/12 einen Umsatz von EUR 373,4 Mio. erzielt, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von ca. EUR 45 Mio. entspricht. Zudem erzielte das Mutterunternehmen einen Gewinn in Höhe von EUR 11,1 Mio. und steigerte somit diesen um ca. EUR 10 Mio. Beeindruckend !!! Das Financial Fairplay-Reglement kann kommen.

In einem weiteren Artikel werde ich demnächst auf weitere Bereiche der FC Bayern München AG eingehen, wodurch die Schlüsselelemente einer genaueren Betrachtung unterzogen werden können. Die Fortsetzung der FC Bayern München AG-Betrachtung und die damit verbundene Darstellung der einzelnen Puzzlestücke des Geschäftsmodells folgen……………….>

Marco Mesirca / 08.2012

Europas Fußballelite Ausgabenstruktur und Profitabilität 150x150 FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)00 Das Geschäftsmodell des BVB 150x150 FC Bayern AG   Bayerischer Superclub (1/3)

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12 Responses to FC Bayern AG – Bayerischer Superclub (1/3)

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  2. Super Artikel, vielen Dank. Gibt es auch einen Vergleich zu anderen Spitzenklubs zu den verwendeten Kennzahlen?

    • Hallo,
      ja gerne liefere ich den demnächst. Bereits im vornherein kann ich dir sagen, dass bspw. ManU eine Eigenkapitalquote (2010/11) von lediglich 16 % hat (Real Madrid 30 %). Bei Barca bildet sogar das Fremdkapital 113% des Gesamtkapitals, d.h., dass die lang- & kurzfristigen Verbindlichkeiten des katalanischen Clubs das Eigenkapital übersteigen. Im Schnitt wiesen in der Saison 2010/11 die Clubs der Premier League eine Eigenkapitalquote von -6 %, der LaLiga von 6% und der Serie A von 10% aus. In der Bundesliga liegt der Durchschnitt bei 46%. Hier ist somit bei den Clubs eine größere Stabilität gegeben. Wenn auch die Eigenkapitalquote einen sehr simplen Indikator dafür darstellt. Ich werde im Laufe der Zeit verschiedene Clubs auf diese Weise vorstellen. Leider kann ich noch nicht sagen wann die nächste Clubbeschreibung folgt. Aber ich gebe Gas. Bleib einfach mit dem RSS-Feed(oben rechts auf der Website) auf dem Laufenden.
      Viel Spaß bis dahin und
      Beste Grüße

      Vielleicht ist das ja noch interessant für dich. Ist zwar nicht so ausführlich aber dennoch interessant:

      http://www.offensivgeist.de/europas-fussballelite-fokus-auf-3-fussballclubs-33/

    • Servus,

      ich habe einen Artikel zum BVB mit europäischen Vergleichzahlen erstellt. Hier kannst du ihn lesen:

      Finanz-Analyse: Borussia Dortmund
      http://spielverlagerung.de/2013/03/28/borussia-dortmund-die-wiedergeburt-des-gelben-rivalen/

      Beste Grüße

  3. Du schreibst “Hier kann daher ein fußballbezogenes Lohnkosten-Umsatz-Verhätnis von 48 Prozent angeführt werden. Im europäischen Fußball ein außergewöhnlicher Wert.” Auf die Gefahr hin mich als komplett ahnungslos zu outen, aber ist das aussergewöhnlich hoch oder tief?

    • Hallo,
      das hätte ich wohl etwas genauer formulieren sollen. Die 48% sind für europäische Fußballverhältnisse niedrig. Platini empfiehlt ca. 60%.
      Allerdings halten sich die wenigsten europäischen Erstligaclubs daran. Der FC Sevilla bspw. wies zum Ende der Saison 2010/11 69% aus (Atletico Madrid 64% / Osasuna 89%). Der FC Malaga topte diesen Wert sogar mit 177%. Die beiden spanischen Anführer hingegen zeigen auch gute Lohnkosten-Umsatz-Verhältnisse (Real Madrid 45% / FC Barcelona 53%). Wobei hier natürlich der hohe Umsatz die sehr hohen Lohnkosten ermöglicht, sodass dieser Wert nicht heraussticht. In England zeigte der FC Chelsea im gleichen Zeitraum ein LK-Umsatz-Verhältnis von 87%, Manchester City von 114%. Manchester United (46%) und Arsenal (49%) hingegen zeigen auch gute Werte. In der italienischen Serie A hatten wir eine durchschnittliche LK-Umsatz-Quote von 75%.
      Doch ist es in Deutschland sehr viel besser. Der BVB bspw. hatte in der Saison 2011/12 einen Wert von ca. 35%.
      Vielen Dank für deine Frage. Ich werde wohl bald noch genauer auf die europäischen Verhältnisse eingehen.

      Beste Grüße.
      Marco

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  7. Hallo Herr Mesirca,

    kennen Sie eine Seite, wo ich die genauen Umsätze und Aufwendungen der Allianz Arena München Stadion GmbH nach lesen kann ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Buchholz

    • Hallo Thomas,

      “Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.07.2011 bis 30.06.2012
      der Allianz Arena München Stadion GmbH München
      2011/2012 2010/2011
      € € €
      1. Umsatzerlöse 54.193.842,74 47.706.729,67
      2. Sonstige betriebliche Erträge 121.926,12 1.453.218,09
      3. Personalaufwand
      a) Löhne und Gehälter 1.306.890,42 1.096.105,34
      b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 230.765,76 1.537.656,18 196.684,62
      - davon für Altersversorgung € 6.590,00 (Vj: € 4.222,12)
      4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 11.465.878,04 10.983.568,15
      5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 36.336.096,02 27.568.686,14
      6. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 356.814,69 677.680,88
      7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 123.051,89 1.089.966,46
      - davon aus verbundenen Unternehmen € 39.485,23 (Vj: € 51.001,59)
      - davon aus Abzinsung € 0,00 (Vj: € 838.031,52)
      8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 8.660.582,83 9.722.135,52
      - davon an verbundene Unternehmen € 100.326,90 (Vj: € 102.025,34)
      9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -3.204.577,63 1.360.415,33
      10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 55.731,53 3.713,60
      11. Sonstige Steuern 426.705,01 441.383,59
      12. Erträge aus Verlustübernahme 3.687.014,17 0,00
      13 Aufgrund eines Ergebnisabführungsverträgen abgeführte Gewinne 0,00 915.318,14
      14. Jahresüberschuss 0,00 0,00

      Entwicklung der Aufwendungen

      Die einzelnen Aufwandsbereiche haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
      2011/2012 2010/2011 Veränderung Veränderung
      T€ T€ in T€ in %
      Personalaufwand 1.538 1.293 245 18,9%
      Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 11.466 10.984 482 44%
      Sonstige betriebliche Aufwendungen 36.336 27.569 8.767 31,8%
      Zinsaufwendungen 8.661 9.722 -1.061 -10,9%
      Steuern 482 445 37 8,3%
      Gesamt 58.483 50.013 8.470 16,9%

      Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2011/2012 sind durch die einmalige Zahlung aus der Auflösung des Cross-Currency-SWAP, trotz Kosteneinsparungen in anderen Bereichen, erheblich gestiegen. Nach Verbrauch der in den Vorjahren gebildeten Rückstellungen erfolgte hieraus eine Ergebnisbelastung in Höhe von T€ 10.405.”

      QUELLE: Jahresabschluss 2011/12

  8. Hallo, wo liegt denn das Geheimnis des FC Bayern? Die Lizenzspielerabteilung kann ja selbst nicht so glänzen. Werden doch immer wieder Spieler gekauft die dann auf der Bank sitzen. Die Einnahmen müssen wesentlich höher sein als bei anderen Clubs. Womit sichert sich der FC Bayern diese hohen Einnahmen? Steuer, Fernsehgelder, Verträge, da geht doch einiges im Hintergrund, da wette ich, dass das marktwirtschaftlich nicht fair abläuft.

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