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Ausgabenstruktur des FC Porto

FC Porto - Ausgabenstruktur der FC Porto GroupDieser Beitrag zeigt nun nach der Konzernübersicht und Einnahmenstruktur des FC Porto, dessen Ausgabenstruktur für 2012/13. Dabei werden ebenfalls Vergleichswerte anderer Fußballclubs geliefert, die eine Einordnung des gelesenen erlauben.

Im Folgenden wird auf die drei höchsten Kostenpunkte – Personalkosten, Abschreibungen und betriebliche Ausgaben (external supplies & services) – genauer eingegangen.

FC Porto s Personalkosten 35% des umsatzes

Der größte Ausgabenpunkt betrifft die Personalkosten. In 2012/13 bildeten die Personalkosten in Höhe von EUR 54 Mio. den Höhepunkt im 10 jährigen Rückblick. Die geringsten Personalkosten wies der Sportkonzern 2006/07 (EUR 34 Mio.) aus.

Seit 2003/04 stiegen die Kosten für das Personal um 28%, was nicht außergewöhnlich ist. Bedenken wir das bspw. der FC Bayern seine Personalkosten von 2005/06 bis 2012/13 verdoppelte, so sind Portos 28% nicht sonderlich auffällig, sprechen eher für eine schwächere Entwicklung des Fußballclubs. Portos nationale Konkurrenz aus Lissabon zeigte mit EUR 50,4 Mio. (Benfica) und EUR 41,7 Mio. (Sporting) geringere Werte.

Die Personalkosten des FC Porto Konzern

Die Personalkosten des FC Porto Konzern

Schauen wir wie der FC Porto damit im europäischen Vergleich dasteht. Portos PK-Quote (Personalkosten/Umsatz) von 35% gilt als herausragend, besonders wenn man bedenkt, dass die Empfehlung der UEFA bei 65% liegt. Lassen wir allerdings die monströsen Transfererträge aus der Saison 2012/13 weg, so ergibt sich eine PK Quote von nicht mehr so vorbildlichen 69%, die allerdings immer noch als akzeptabel zu verstehen ist. Ein Blick auf nachfolgende Abbildung ermöglicht einen ausgewählten Vergleich mit anderen Fußballunternehmen.

Benfica Lissabon und Borussia Dortmund zeigen eine ähnliche Quote (2) wie der FC Porto. Allerdings steigt der Wert nicht so exorbitant an, wenn die Transfers herausgerechnet werden. Benfica und BVB sind selbst dann noch im Rahmen der UEFA Empfehlungen. Ebenso wie der FC Bayern und Atletico Madrid. Besorgniserregend sind allerdings die Werte von Sporting Lissabon, das im Wettrüsten mit den beiden portugiesischen Riesen unter zu gehen scheint. Die Personalkosten bewegen sich am Rande des Erträglichen. Werden die Erträge aus dem Transfergeschäft entfernt übersteigen die Personalkosten jedoch jegliche Vernunftgrenze. Sporting Lissabon MUSS Spieler verkaufen um sich sein Personal leisten zu können. Welch verrückte Gegebenheit.

Die Personalkosten ausgewählter Fußballclubs in 2012/13 (Benfica & Sporting Lissabon, FC Porto, FC Bayern, BVB, Atletico Madrid, Arsenal London)

Die Personalkosten ausgewählter Fußballclubs in 2012/13
(Benfica & Sporting Lissabon, FC Porto, FC Bayern, BVB, Atletico Madrid, Arsenal London)

FC Porto s Abschreibungen – 17% des Umsatzes

Die Abschreibungen bilden einen weiteren zentralen Kostenfaktor, der bei den Fußballclubs insbesondere durch das Transfergeschäft beeinflusst wird. Mit Hilfe der Abschreibung wird der aktivierte immaterielle Vermögenswert der Spieler (Erwerb von Spielern) über die entsprechende Nutzungsdauer (Vertragslaufzeit Spieler) abgeschrieben, wodurch der Werteverlust als Aufwand erfasst wird. Ausgaben für Spieler werden somit nicht sofort in der GuV wirksam, sondern über die Zeit verteilt abgeschrieben. Sehen wir uns nun die Entwicklung dieser Kostengröße an.

2012/13 lagen die Abschreibungen bei EUR 26,5 Mio. und machten somit 21% der Ausgaben aus. Damit umfassten die Abschreibungen 17% der Gesamterlöse. Die höchsten Abschreibungen zeigte Porto mit EUR 38,7 Mio. im Vorjahr 2011/12. Damals machten die Abschreibungen noch 29% der Gesamtausgaben aus und umfassten 37% der Gesamteinnahmen (inkl. Transfereinnahmen). Auffällig sind die Werte der Saison 2005/06 als bei einem Umsatz von EUR 52,7 Mio. Abschreibungen in Höhe von EUR 26,5 Mio. anfielen, wodurch 50% der Erlöse bereits für die Abschreibungen draufgingen. Wir sehen also eine positive Entwicklung beim FC Porto, da sich die Abschreibungsquote erheblich reduziert, was selbstverständlich den hohen Transfererträgen zu verdanken ist. Die Gesundheit der aktuellen Quote wird durch einen Blick auf die Fußballbranche belegt.

Entwicklung der Abschreibungen des FC Porto Konzern

Entwicklung der Abschreibungen des FC Porto Konzern

Auffällig ist der Abschreibungswert von Benfica Lissabon, das mit EUR 41 Mio., trotz geringerer Gesamterlöse als der FC Porto, einen höheren Wert als der portugiesische Serienmeister zeigte. Und das gilt auch für Sporting Lissabon, das sich mit Gesamterlösen von EUR 60,5 Mio. Abschreibungen in Höhe von 23,7 Mio. leistete und somit 39% des Umsatzes in Beschlag nimmt. Erstaunlich ist der BVB der einen immens geringen Wert auswies. Mit 7% zeigen die Schwarz-gelben ein höchst effektives Transfermanagement, da über die Jahre durch „geringe“ Spielerinvestitionen ein Kader mit einer massiven Leistungsfähigkeit zusammengestellt wurde. Der Club hat einen doppelt so hohen Umsatz (EUR 307,8 Mio.) wie der FC Porto, aber mit EUR 22,4 Mio. ca. EUR 4 Mio. niedrigere Abschreibungen. Erstaunlich ist das Umsatz-Abschreibungs-Verhältnis. Nichts destotrotz ist Portos prozentualer Wert in guter Gesellschaft, wenn man bedenkt das Bayern 16%, Atletico Madrid 19% und Arsenal London 18% ihres Umsatzes für Abschreibungen verwendeten.

Abschreibungen ausgewählter Konkurrenten 201213 Fußballclubs

Abschreibungen ausgewählter Konkurrenten 201213 Fußballclubs
(Benfica & Sporting Lissabon, FC Porto, FC Bayern, BVB, Atletico Madrid, Arsenal London)

FC Porto s Betriebliche Aufwendungen 

Den letzten großen Kostenfaktor bilden die betrieblichen Aufwendungen (external supplies & service), die 2012/13 EUR 37,5 Mio. betrugen und somit ca. EUR 3 Mio. höher waren als noch in der Vorsaison. In diesem Ausgabenblock sind diverse kleinere Aufwendungen zusammengefasst. Hierunter fallen u.a. Aufwendungen für Corporate Hospitality, Marktforschung, Marketing, Versicherungen, Sportequipment, Treibstoff, Strom, Reisen, Verwaltung, etc.

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen seit 2009/10 massiv an, was insbesondere auf die Hospitality Ausgaben zurückzuführen ist, die davor nicht in den betrieblichen Aufwendungen auftauchten. Bis 2009/10 wurde in der GuV lediglich das Ergebnis aus dem Geschäftsbereich „Corporate Hospitality“ erfasst, da dies in der Verantwortung des Unternehmens EUROANTAS, einem Tochterunternehmen des Vereins Porto, lag, das lediglich das Ergebnis an die Gruppe abführte, wodurch keine Ausgaben entstanden.

Entwicklung der betrieblichen Aufwendungen des FC Porto Konzern

Entwicklung der betrieblichen Aufwendungen des FC Porto Konzern

Seit 2010/11 fließen jedoch sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben des Corporate Hospitality gesondert in den Konzernbericht mit ein. 2010/11 umfassten die Ausgaben für das Hospitality EUR 8 Mio. wodurch der massive Anstieg von ca. EUR 11 Mio. erklärt wird. 2012/13 betrugen die Ausgaben für das Hospitality EUR 12,7 Mio., was allerdings nicht als negativ anzusehen ist, da entsprechende Einnahmen bei EUR 15 Mio. lagen.

 Gesamtausgaben stiegen um 40%

Abschließend lässt sich festhalten, dass seit 2003/04 die Gesamtausgaben der FC Porto Group um 40% anstiegen. Die Kosten kletterten von damals EUR 89,1 Mio. auf insgesamt EUR 123,84 Mio. in 2012/13. Den niedrigsten Wert wies der Sportkonzern mit EUR 71,96 Mio. in der Saison 2006/07 aus. Den Höchsten in 2011/12 (EUR 131,27 Mio.). Nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Ausgabenstruktur des FC Porto Konzerns seit 2003/04.

Die Entwicklung der Ausgaben der FC Porto Group / Personalkosten, Abschreibungen, betriebliche Aufwendungen, etc.

Die Entwicklung der Ausgaben der FC Porto Group / Personalkosten, Abschreibungen, betriebliche Aufwendungen, etc.

Ziehen wir nun diese Ausgaben von den Einnahmen des Konzerns ab, erhalten wir das sog. Betriebsergebnis (EBIT). Das „earnings before interests and tax“ ist der Gewinn bzw. Verlust vor Zinsen (Finanzergebnis) und Steuern. Im nächsten Artikel wird das EBIT und selbstverständlich das Jahresendergebnis des FC Porto offengelegt. Des Weiteren wird Portos Profitabilität mit ausgewählten Fußballclubs verglichen. Hier gehts zu Portos Profitabilität…

Marco Mesirca / 2015

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