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Profitabilität des FC Porto

Nachdem wir nun die Einnahmen und Ausgaben der FC Porto Group beschrieben haben, gehen wir nun auf die Zielgeraden der Gewinn- und Verlustrechnung.

Das Betriebsergebnis (EBIT) des FC Porto

Ziehen wir FC Porto - Profitabilität der FC Porto Group die Ausgaben in Höhe von EUR 123,84 Mio. von den Gesamterlösen ab, so erhalten wir für das Finanzjahr 2012/13 ein EBIT von EUR 31,8 Mio. Das EBIT (Earning before interest & taxes) gibt das Ergebnis vor Zins- & Steuerzahlungen an. Dieser Wert ist Portos höchster Wert in den letzten 10 Jahren.

Im Vorjahr 2011/12 betrug das EBIT noch EUR 26,4 Mio., was alles andere als Gut war, denn damit standen die Vorzeichen für das Jahresendergebnis bereits negativ. Das schlechteste Betriebsergebnis gemessen am Umsatz erreichte die Group jedoch 2005/06. Damals lag der Gewinn vor Zinsen und Steuer bei EUR -25,9 Mio., wodurch sich bei einem Gesamtumsatz von EUR 52,7 Mio. eine EBIT/Umsatz Quote von -49% ergab. Nichtsdestotrotz wurde bis auf diese zwei negativen Ereignisse immer ein Betriebsgewinn ausgewiesen.

Entwicklung des EBIT - Das Betreibsergebnis EBIT der FC Porto Group  2003 bis 2013

Entwicklung des EBIT – Das Betriebsergebnis EBIT der FC Porto Group 2003 bis 2013

Auch hier wollen wir einen europäischen Vergleich ziehen, um zu sehen wie der FC Porto mit seinem Wert aus 2012/13 einzuordnen ist. Die Kennzahl des Betriebsgewinns (EBIT) ist wunderbar geeignet um einen europäischen Vergleich der Rentabilität zu ziehen, da diese unabhängig von unterschiedlichen Finanzierungsformen (Finanzergebnis) und länderspezifischen Besteuerungen (Steuern) ist.

Ein Blick in unsere Vergleichsgruppe lässt den FC Porto als Musterclub dastehen. Lediglich Borussia Dortmund wies 2012/13 ein höheres EBIT als der portugiesische Serienmeister aus. Mit EUR 65 Mio. dominierten die Schwarzgelben diesen Einzelvergleich. Es folgten: FC Porto (EUR 31,8 Mio.), FC Bayern (EUR 28,2 Mio.), FC Arsenal London (EUR 23 Mio.), Atletico Madrid (EUR 17,5 Mio.), Benfica Lissabon (EUR 7 Mio.) und als Schlusslicht Sporting Lissabon, mit einem absolut beängstigenden Wert von EUR -37 Mio.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ausgewählter Fußballclubs in 2012/13

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ausgewählter Fußballclubs in 2012/13

Gemessen an dieser Quote ist der Abstand des FC Porto zum BVB nicht mehr all zu groß (20% zu 21%) und sollte das Umsatzniveau gehalten werden können, bleibt sowohl für den FC Porto als auch den BVB noch etwas Spiel für Schuldentilgung bzw. Investitionen.

Der Wert des FC Bayern lässt mit 7% darauf schließen, dass sich hier die Höhe der Ausgaben bei einem relativen Maximum befindet. Bedenken wir, dass der FC Bayern das Champions League Finale gegen den BVB bestritt und somit der Deutsche Meister gegen den Vizemeister antrat, müssen wir klar feststellen, dass der BVB seine Ausgaben effektiver auf den Rasen übertragen konnte, wenngleich es auch nicht zu einem Titel reichte. Damit möchte ich nur herausstellen, dass der BVB seine finanziellen Möglichkeiten höchst effektiv auf das sportliche Handlungsfeld abstimmen konnte und hoffentlich bald auch wieder kann, um Bayerns Dominanz zumindest zu bedrohen.

Das Finanzergebnis kostet dem FC Porto Eindrittel seines Betriebsgewinnes

Die hervorragende EBIT Quote des FC Porto ist allerdings auch nötig, wenn wir uns das Finanzergebnis der Group betrachten. Das Finanzergebnis reduziert in der Regel das EBIT, da hier insbesondere Zinszahlungen für die Aufnahme von Krediten überwiegen. Beim FC Porto zeigt sich, dass das Finanzergebnis in der Saison 2012/13 Eindrittel des Betriebsgewinnes kostete.

Diese Tatsache scheint enorm, doch betrachten wir andere Fußballclubs so sehen wir weitaus gruseligere Szenarien. Nehmen wir Benfica Lissabon, dessen Finanzergebnis (EUR -17,8 Mio.) das 2,5 fache seines Betriebsergebnisses (EUR 7 Mio.) umfasst, wodurch der Club plötzlich ein negatives Vorsteuerergebnis (sog. EBT) von EUR (-)10,75 Mio. ausweist. Die Vorzeichen stehen somit bereits schlecht für das Jahresendergebnis.

Ähnlich erging es auch Atletico Madrid, dem durch das hohe Finanzergebnis (EUR -17,2 Mio.) 98% des Betriebsergebnisses (EBIT = EUR 17,5 Mio.), ich muss schon sagen, weggefressen werden, sodass für 2012/13 nur noch ein Vorsteuerergebnis von EUR 0,39 Mio. blieb. Immerhin wurde der Break Even erreicht. Auch bei Arsenal London schmälerte das Finanzergebnis (EUR -15,2 Mio.) das Vorsteuerergebnis (EUR 7,8 Mio.) massiv, wobei sich hier immer die Frage stellt wofür die Darlehen aufgenommen wurden: Für Investitionen in Beine oder Steine? Und vorallem wie sinnvoll diese erfolgten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Finanzergebnis ausgewählter Fußballclubs 2012_13

Das Finanzergebnis ausgewählter Fußballclubs 2012_13

Das Finanzergebnis (F.Ertrag – F.Aufwand) des FC Porto lag 2012/13 bei EUR -10,9 Mio. Nach Abzug dessen bleibt ein Vorsteuerergebnis von EUR 20,9 Mio., was in der Fußballbranche immer noch als ein sehr hoher Wert zu verstehen ist. Ein Blick auf die beiden deutschen Superclubs zeigt, dass der FC Porto ein doppelt so hohes Finanzergebnis wie der BVB und der FC Bayern auswies, woran offensichtlich wird, dass den FC Porto hohe Zinsbelastungen plagen. Gleiches gilt für Atletico Madrid, Arsenal London, Benfica und Sporting Lissabon.

Bei einem Blick in die Vergangenheit des FC Porto müssen wir jedoch feststellen, dass offensichtlich die Finanzaufwendungen in den letzten Jahren sukzessive angestiegen sind, was an der zunehmenden Negativität des Finanzergebnisses ersichtlich wird. Seit 2003/04 wird die Belastung größer, wobei sich der prozentuale Wert zum Betriebsergebnis seit 2011/12 auf einem „vertretbarERen“ Wert einpendelt. 2004/05, 2006/07, 2009/10 und 2010/11 lag diese Quote noch bei über 60%, was sicherlich auch dem schlechten Betriebsergebnis geschuldet war. Wir fassen zusammen: Der Wert des Finanzergebnisses verschlechtert sich, wobei sich das prozentuale Verhältnis zum EBIT, aufgrund des höheren Betriebsergebnisses, verbessert.

Entwicklung des Finanzergebnisses der FC Porto Group

Entwicklung des Finanzergebnisses der FC Porto Group

Und damit sind wir nun endlich beim Jahresendergebnis (Gewinn, EAT), das wir nun nach Abzug der Steuern vom Vorsteuerergebnis (EBT) erhalten. (EAT = EBT – Steuer)

Gewinn des FC Porto (EAT = EBT – Steuer)

In der abgelaufenen Saison 2012/13 erwirtschaftete die FC Porto Group einen Jahresüberschuss von EUR 20,3 Mio., was, gemäß unserer Gesamtumsatzdefinition einer Umsatzrendite von bemerkenswerten 13% entspricht. Porto hat mit diesem Wert den zweitbesten unserer Vergleichsgruppe und liegt daher lediglich hinter Borussia Dortmund, das mit einem Jahresendergebnis von EUR 51,2 Mio. eine Umsatzrendite von 17% generierte. Dass Portos Wert herausragend ist, bestätigt der Vergleich mit der nationalen Konkurrenz aus Lissabon. Beide Clubs generierten Verluste in nicht unerheblichen Maße, wobei besonders Sporting Lissabon von sich reden macht. Der Verlust von EUR – 43,8 Mio. und eine Umsatzrendite von -72% treiben den Verantwortlichen Sportings wohl mehr als nur die Sorgenfalten auf die Stirn.

Jahresendergebnise ausgewählter europäischer Fußballclubs 2012/13

Jahresendergebnisse ausgewählter europäischer Fußballclubs 2012/13; Im Vergleich finden sich Benfica & Sporting Lissabon, der FC Porto, FC Bayern, Borussia Dortmund, Atletico Madrid & Arsenal London

Die Umsatzrendite des FC Porto

Zurück zum FC Porto, denn da sieht es nicht schon immer so hervorragend aus. Noch in der Vorsaison (2011/12) generierten die Dragaoes einen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -36 Mio., was einen herben Schlag für das Eigenkapital des Clubs bedeutete. Mit diesem Negativ-Rekord im Betrachtungszeitraum (seit 2003/04) wurde auch der Wert aus 2005/06 getoppt, als die Group einen Fehlbetrag von EUR 30,5 Mio. zeigte. Eine entsprechend negative Umsatzrendite bereitet auch hier den Verantwortlichen mehr als Kopfzerbrechen. Nachfolgende Abbildung zeigt die Entwicklung des Jahresendergebnisses und die dazu gehörige Umsatzrendite der letzten Jahre. Seit 2003/04 generierte der Club aus der Hafenstadt kumuliert einen Fehlbetrag in Höhe von EUR -6,43 Mio.

Entwicklung des Jahresendergebnis der FC Porto Group

Entwicklung des Jahresendergebnis der FC Porto Group

Bei einem genaueren Blick in die Abbildung fällt auf, dass der FC Porto bis auf 2003/04, 2007/08 und 2012/13 sehr geringe wenn nicht gar negative Umsatzrenditen zeigt. 2010 und 2011 war gemessen an der Umsatzrendite ein Nullsummenspiel. 2006 und 2012 wurden gar horrende Fehlbeträge, mit Umsatzrenditen von -58% und -34%, eingefahren. Das Ergebnis 2006 resultierte aus den geringen Transfererlösen, die das bereits negative EBIT nicht ausgleichen konnten. In 2012 wurde zwar ein Transferüberschuss von EUR 29 Mio. erzielt, dieser reichte allerdings nicht um das negative EBIT des Konzerns von EUR -55,6 Mio. anzuheben. Auch 2013 zeigte der FC Porto ein sehr negatives EBIT, welches allerdings mit Hilfe des gewaltigen Überschusses ins positive gedrängt werden konnte. Die abschließende Abbildung zeigt erneut Portos Abhängigkeit von den Transfererlösen. Sie ein absolutes Schlüssel-element des Fußballkonzerns.

Das EBIT ohne Transfereregbnis des FC Porto

Das EBIT ohne Transfereregbnis des FC Porto

Da jedoch die Gewinn- & Verlustrechung naturgemäß nicht-zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge einer Periode beinhaltet wird das Endergebnis eines Geschäftsjahres in Gewisserweise etwas verzerrt. Um nun zu erfahren, wieviel Geld dem Club tatsächlich zugeflossen sind, werfen wir einen genaueren Blick in die sog. Cash Flow Rechnung der FC Porto Group. Hier geht es weiter zum Artikel „Das Cash des FC Porto“

Marco Mesirca / 2015

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