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Führungsstrukturen in Sportunternehmen – Modelle & Kompetenzen im Sportbereich (Teil 2 / 4)

In Teil 1 dieser Ausarbeitung wurde bereits auf die drei wesentlichen  Führungsstruktur-Modell Varianten nach Kupfer eingegangen, die die gesamte Struktur von Sportunternehmen umfassen. In Teil 2 möchte ich nun speziell auf die Führungskonstellation im Bereich Sport eingehen.

Führungsstrukturen & Kompetenzen im Sportbereich eines Sportclubs

Mit der zunehmenden Kommerzialisierung wurden die Aufgabenfelder eines Fußballclubs immer weiter. Während noch in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts bspw. Herbert Chapman als Trainer für die Mehrzahl der Aufgaben im Club tätig war (einen ausführlichen Artikel zur Entwicklung des Trainerberufs im Fußball finden Sie hier), so ist heute die Einstellung von Experten absolut notwendig geworden. Zu Beginn waren es die Trainer (CT), Team-Manager, dann Sekretäre für Vorstände und heute sind es Fußballdirektoren und/oder Manager für die es inzwischen spezielle Ausbildungen und Studiengänge gibt. Diese sollen unteranderem neue Finanzquellen erschließen und dem Cheftrainer bei der sportlichen Arbeit, insbesondere der Planung, helfen.

Die anfallenden Aufgaben im sportlichen Bereich werden in nachfolgender Abbildung übersichtlich dargestellt. Diese im sportlichen Bereich eines Teamsportunternehmens anfallenden Aufgaben können entweder von einer Ein-Mann-Führung verantwortet werden, bei der der Sportmanager auch gleichzeitig den Cheftrainer darstellt oder aber von zwei Führungspersönlichkeiten ausgeführt werden. Letztere stellt die heute verbreitetste Variante dar, bei der drei Grundkonstellationen möglich sind. Entweder wird der Sportmanager dem Cheftrainer übergeordnet (Variant 1) oder beide arbeiten gleichberechtigt zusammen (Variante 2). Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Sportmanager einen  Assistenten des Cheftrainers darstellt (Variante 3) und ihm folge dessen untergeordnet ist. Nachfolgende Grafik fasst dies übersichtlich zusammen.

Aufgabengebiete im sportlichen Bereich / Quelle: eigene Darstellung - nach KUPFER, 2006

Die vier Führungskonstellationen im Sportbereich werden nachfolgend an Beispielen erläutert. Das Modell der Ein-Mann-Führung finden wir bspw. bei den letzten Stationen Felix Magaths. Dieser füllte sowohl bei Wolfsburg, Schalke und nun wieder bei Wolfsburg jeweils die Position des Sportvorstands und des Cheftrainers aus. Bei Schalke allerdings wurde ihm die absolute Macht, nämlich die freie Verfügung über das Transferbudget bis hin zu einem bestimmten maximal Betrag nicht gewährt. Auf Schalke schaffte es Magath nicht sein Verlangen nach absoluter Macht zu erreichen. Dennoch trat er auch dort als „Alleinherrscher“ auf, indem er seinen eigenen Staat innerhalb des Vereins errichtete. „Seine Leute im Trainer- und Betreuerstab, in der Jugendarbeit, in der Vereinsverwaltung und im Marketing umgeben ihn wie ein hermetisches System“ (SELLDORF, Kredit aufgebraucht in Süddeutscher Zeitung Nr. 56, 2011, S. 27).

Die Variante, dass der Sportdirektor/Sportmanager dem Cheftrainer übergeordnet ist, ist bei der Mehrzahl der Clubs anzutreffen. Beispiele dazu bilden Nerlinger (SD) und Van Gaal (CT), Bobic (SD) und Labbadia (CT) sowie Zorc (SD) und Klopp (CT).

Das Sportmanager/Verantwortlicher Sport und Cheftrainer gleich gestellt sind, kommt aus des Autors Sicht bei keinem Club strukturell festgelegt vor, jedoch wirkt das Verhältnis Allofs und Schaaf von Werder Bremen als ein gleichberechtigtes. Selbst nach der lang anhaltenden Erfolgslosigkeit in dieser Saison hielt Allofs immer zu Schaaf und versicherte, dass dieses Problem gemeinsam gelöst wird. (Vgl. WATERKAMP, 2011)

Die Konstellation, dass ein Sportmanager unter der Verantwortung des Cheftrainers arbeitet ist nur dann vorzufinden, wenn man den Sportmanager nicht als sportlichen Hauptverantwortlichen sieht. Sondern diese Position vom Cheftrainer ausgetragen wird. In einem solchen Fall könnte man das Duo Löw und Bierhoff dazu zählen. Letzterer ist für die Kommunikation zwischen DFB Team und Vorstand verantwortlich aber unterliegt der Weisung Löws.

All diese Beispiele können nicht direkt mit Quellen untermauert werden. Aber das niedergelegte, entspringt den Gedankengänge und Vorstellungen des Autors und soll sein Verständnis der Tatsachen darstellen.

Führungsstrukturen in der Praxis (weiter in Teil 3)

 Marco Mesirca

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Eine Antwort zu “Führungsstrukturen in Sportunternehmen – Modelle & Kompetenzen im Sportbereich (Teil 2 / 4)

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