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Das Fußballmonster Premier League – Wir brauchen Ideen

Beitragsbild - Premier League ein FußballmonsterIn einem Gastbeitrag auf Spielverlagerung habe ich die finanzielle Vormachtstellung der Premier League Clubs behandelt. Neben dem Umsatzvergleich, bediene ich mich weiterer wirtschaftlicher Zahlen ausgewählter Fußballclubs. Im Vergleich stehen neben den Top4 Clubs aus England (Manchester United, Manchester City, Arsenal London, Chelsea London), die Alte Dame aus Italien, die Königlichen aus Spanien, der deutsche Rekordmeister, der BVB und Schalke 04.

Die fünf Jahresbetrachtung bezieht neben dem Betriebsergebnis, das Jahresendergebnis mit ein. Darüberhinaus werden wertvolle Erkenntnisse aus der Kapitalflussrechnung erläutert. Der Beitrag zeigt sehr detailiert und umfangreich Englands finanzielle Stärke gegenüber den anderen europäischen Top Clubs.

Nachfolgende Übersicht liefert das Datenmaterial zum Gastbeitrag. Beachtet auch meine Finanzanalyse zu MANCHESTER UNITED. Auf 50 Seiten stelle ich das Fußballunternehmen Manchester United vor.

1Wirtschaftliche Daten ausgewählter Fußballclubs – Vergleichsgruppe DE vs PL

Das Cash der Real Madrid Group

Real Madrid - Finanzen der Königlichenufo - Das Cash Real MadridsIn einem Gastbeitrag auf Spielverlagerung durfte ich die Finanzen von Real Madrid genauer unter die Lupe nehmen. Die Finanzanalyse der Königlichen betrachtet u.a. die Rentabilität, die sich auf der Gewinn- und Verlustrechnung stützt. Da allerdings in der GuV nicht-zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge enthalten sind, wird das Endergebnis in gewisser weise verzehrt.

So wird bspw. die tatsächliche Belastung einer Spielerverpflichtung nicht sofort vollumfänglich in der GuV dargestellt, da diese dort in Form von Abschreibungen über mehrere Jahre hinweg (Vertragslaufzeit) als Aufwand erfasst und verteilt wird. Dem Unternehmen jedoch fließt durch die diese Spielerverpflichtung Geld ab.

Um Aufschluss über den tatsächlichen Geldfluss einer Periode zu erhalten, muss daher die Kapitalflussrechnung herangezogen werden. Damit erfahren wir mehr über die Innenfinanzierungskraft des Fußballunternehmens Real Madrid und stoßen darüber hinaus auf einen bedeutenden Vermögenswert – die liquiden Mittel. Dranbleiben lohnt sich.

Die drei Schritte zum Geldbeutel

Die Kapitalflussrechnung, oder auch Cash Flow Rechnung (CF-Rechnung), umfasst drei wesentliche Abschnitte: Der CF aus laufender Geschäftstätigkeit, der CF aus Investitionstätigkeit und der CF aus der Finanzierungstätigkeit. Im Geschäftsjahr 2013/14 generierte Real Madrid

  • aus der laufenden Geschäftstätigkeit einen Zufluss in Höhe von EUR 126,9 Mio.
  • aus der Investitionstätigkeit einen Mittelabfluss von EUR (-)85,2 Mio. und
  • einen Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit von EUR (-)23,3 Mio.

Saldiert man diese drei Abschnitte, so wird die Erhöhung des Zahlungsmittelbestandes (liquiden Mittel) auf EUR 173,9 Mio. deutlich. Das „Festgeldkonto“ Real Madrids wuchs somit trotz eines bereits rekordverdächtigen Standes im Vorjahr um EUR 18 Mio. Dieser Sachverhalt ist in nachfolgender Grafik visualisiert und ist dem überragenden Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit zu verdanken.24 - Cash Flow Rechnung Real Madrid Group - Reals Bestand an Zahlungsmitteln, liquide Mittel, Cashbestand, Festgeldkonto

Real Madrid hat dickstes Festgeldkonto

Mit dem Cash-Bestand (liquide Mittel) von EUR 173,9 Mio. zeigt Real 2014 den höchsten Bestand der ausgewählten Fußballclubs. Der Bestand ist höher als die kumulierten liquiden Mittel des FC Barcelona (EUR 48,6 Mio.), Atletico Madrids (EUR 12,6 Mio.) und der Red Devils (EUR 77,4 Mio.). Für die Bayern habe ich leider keine aktuellen Werte diesbezüglich, daher bediene ich mich der Werte aus der Vorsaison 2012/13, in der der FC Bayern einen ebenfalls gigantischen Wert von EUR 114 Mio. auswies. Reals Wert ist einfach enorm hoch und dürfte der höchste aller Fußballclubs sein. Wer was anderes weiß, melde sich bitte 😉

25 - CASH Bestand ausgewählter Fußballclubs - Real Madrid, FC Barcelona, FC Bayern, Atletico Madrid, Manchester UnitedWoran das liegt? Nun ja, vergleichen wir die einzelnen Cash Flows, so sehen wir, dass Reals Cash Flow aus operativer Tätigkeit mit EUR 126,9 Mio. um fast EUR 50 Mio. höher ist als der der Katalanen (EUR 81,3 Mio.) oder der Red Devils aus Manchester (EUR 84,9 Mio.).

Die Bayern kommen mit ihrem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit von EUR 98,1 Mio. (in 2012/13) als einziger Club der Vergleichsgruppe auch nur ansatzweise in die Nähe von Real. Absolut desaströs ist der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit von Atletico Madrid. Mit EUR -72 Mio. müssen die „Los Blancos“ Kredite  in Höhe von EUR 128 Mio. aufnehmen, um liquide zu bleiben. Dass das ein gefährlicher Teufelskreislauf ist, muss ich wohl keinem erzählen. Mehr dazu gleich.

Der Cash-Flow-Rechnung können wir neben dem Stand der liquiden Mittel vor allem noch zwei weitere interessante Dinge entnehmen. Hierzu gehört die Erkenntnis über den tatsächlichen Geldfluss für Transferaktivitäten sowie die Aufnahme bzw. Tilgung von Krediten.

Tatsächliche Auszahlungen für Spieler

Seit 2009/10 investierte Real Madrid EUR 408,5 Mio. in neue Spieler. Dies ist der Nettowert, der sich aus dem Saldoder Aus- und Einzahlungen ergibt. Tatsächlich zahlte Real Madrid in den zurückliegenden fünf Jahren EUR 626,4 Mio. für neue Spieler, was 83% der Gesamtauszahlungen des Clubs darstellt. Doch anders als bspw. bei Bayern München, dem FC Barcelona oder Manchester United stehen diese Auszahlungen relativ hohen Einzahlungen aus Spielerverkäufen gegenüber. Kumuliert zeigen die Königlichen in den letzten fünf Jahren einen GeldZUfluss aus Spielerverkäufen von EUR 218 Mio., von denen sich EUR 63,8 Mio. auf das Königsjahr 2013/14 zurückführen lassen.

26 - Zahlungsfluss für Spielervermögen ausgewählter Fußballclubs - Real Madrid, FC Barcelona, FC Bayern, Atletico Madrid, Manchester UnitedFür die Saison 2013/14 sehen wir beim Erzrivalen FC Barcelona entsprechende Auszahlungen von EUR 72,7 Mio., die dank der Einzahlungen (EUR 22,9 Mio.) auf Nettoinvestitionen für Spieler von EUR (-)49,7 Mio. schließen lassen. Manchester United zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr Nettospielerinvestitionen von EUR (-)92,1 Mio. und somit den höchsten Wert unserer Vergleichsgruppe. Und auch die Bayern präsentierten in ihrem Königsjahr 2012/13 mit EUR 80,6 Mio. deutlich höhere Netto-Spielerinvestitionen als Real Madrid (EUR –50,8 Mio.). Ein Blick in die Abbildung zeigt deutlich, dass Atletico mehr oder weniger ein Verkäuferclub ist, der die Zuflüsse aus Spielerverkäufen dringend zur Erhaltung der Liquidität benötigt.

Der massive Unterschied liegt hier wie bereits erwähnt in den Einzahlungen. Real fließen jede Saison deutlich höhere Mittel aus Spielerverkäufen zu als der Konkurrenz. Das führt dazu, dass die Königlichen ein vielfaches Mehr für Spieler ausgeben. Diese Diskrepanz wird allerdings im Nettowert nicht mehr sichtlich.

Der Free Cash Flow

Nimmt man nun das Saldo aus dem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und dem aus der Investitionstätigkeit, so erhält man den Free-sCash Flow, der uns letztendlich Aufschluss darüber gibt, wie viel Geld, gesetzt den Fall das Unternehmen möchte seinen Cash-Bestand nicht reduzieren, zur Finanzierung der Kredite bleiben. Im Umkehrschluss bedeutet das, der Überschuss erhöht die liquiden Mittel – so wie es bei Real Madrid 2014 wiederholt geschehen ist.

Reals Free-Cash Flow betrug zum Juni 2014 EUR 41,6 Mio., sodass EUR 23,3 Mio. für Kreditrückzahlungen verwendet werden konnten. Dieser Free-Cash Flow ist außergewöhnlich hoch für einen Fußballclub, wie der Blick in unsere Vergleichsgruppe zeigt. Die Königlichen liegen hier mit Abstand vor dem FC Barcelona und dem FC Bayern. Manchester United wies sogar einen negativen Wert aus, was bedeutet, dass die Investitionstätigkeiten überwogen, sodass letztendlich die Cash Reserven angegriffen werden müssen.28 - Zinszahlung & Tilgung von Krediten ausgewählter Fußballclubs - Real Madrid, FC Barcelona, FC Bayern, Atletico Madrid, Manchester United

Ateltico Madrids Wert ist beängstigend, denn ein weiterer Blick zeigt uns, dass Atletico EUR 129 Mio. an Finanzverbindlichkeiten aufnehmen musste um a) Kreditrückzahlungen in Höhe von EUR (-)45 Mio. nachzukommen und b) dabei liquide zu bleiben. Atletico versinkt in seinen Schulden.

Manchester United ist sowieso ein Fall für sich. Zwar zeigen die letztjährigen Zahlen keine allzu große Schwierigkeit, jedoch deckt der Fünfjahres-Rückblick einiges auf. ManU zahlte seit 2009 netto GBP (-)291 Mio. für Zinszahlungen und Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten aus. Und dennoch bilden die Schulden immer noch einen Mount Everst (= die Borrowings betragen GBP 341 Mio.). ManU leidet immer noch an den Folgen der Glazer-Übernahme.

Die Verbindlichkeiten Real Madrids

Jedoch ist das mit den Schulden so eine Sache. Was definiert man als Schulden? Im Grunde hat jedes Unternehmen Schulden, denn Verbindlichkeiten sind Schulden. Letztendlich handelt es sich dabei um Fremdkapital. Es muss allerdings sicherstellt sein, dass die aus den Verbindlichkeiten resultierenden Zinsbelastungen bedient werden können und die Verbindlichkeiten letztendlich zurückgezahlt werden.

Auf die finanzielle Stabilität Real Madrids gehe ich in folgendem Artikel genauer und umfangreicher ein. Die Finanzanalyse der Königlichen untersucht die Einnahmen- und Ausgabenstruktur, die Profitabilität, die Finanzierung zentraler Vermögenswerte und nimmt abschließend eine Betrachtung der finanziellen Stabilität vor.

Real Madrid - Finanzen der KöniglichenufoMarco Mesirca / 2015

Hier die Finanzanalyse zu Real Madrid zum Download

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Das Cash des FC Porto

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Die nun folgende Analyse zum FC Porto nimmt den tatsächlichen Geldfluss des Fußballkonzerns unter die Lupe, wodurch wir letztendlich auf einen sehr bedeutenden Vermögenswert stoßen werden, der sich in der Bilanzaktiva findet – Die liquiden Mittel. Continue reading

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Profitabilität des FC Porto

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Der dritte Teil der Finanzanalyse zur FC Porto Group nimmt sich der Profitabilität des Fußballkonzerns an. Hier wird zum Einen die Gewinnentwicklung des Konzerns untersucht und zum anderen ein Vergleich der aktuellen Werte in unserer Vergleichsgruppe, bestehend aus Benfica & Sporting Lissabon, FC Bayern, BVB, Atletico Madrid und Arsenal London, vorgenommen. Dieser Artikel zeigt u.a. wie rentabel die Fußballunternehmen 2012/13 waren. Continue reading

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Ausgabenstruktur des FC Porto

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Der zweite Teil der Finanzanalyse zur FC Porto Group nimmt sich die Ausgabenstruktur des Fußballunternehmens vor und vergleicht diese mit anderen großen Clubs. Die Vergleichsobjekte sind Benfica & Sporting Lissabon, FC Bayern München, Atletico Madrid, Borussia Dortmund und Arsenal London. Continue reading

Wirtschaftsanalyse des FC Porto

FC Porto - Wirtschaftsanalyse der FC Porto GroupDer FC Porto zählt zu den erfolgreichsten Fußballclubs des 21.Jahrhunderts. Die Liste an nationalen Titeln ist gigantisch. Seit seiner Gründung 1893 konnte der portugiesische Club neben 27 Meistertiteln, 16 nationale Pokal- und 20 Superpokalsiege erringen. Damit liegt der Club aus der Hafenstadt nur knapp hinter Benfica Lissabon, das mit 33 Meistertiteln und 25 nationalen Pokalsiegen als Portugals Rekordmeister zu verstehen ist.

FC Porto – Portugals Serienmeister

Betrachtet man jedoch das letzte Jahrzehnt genauer, so wird Portos nationale Dominanz offensichtlich. Zwischen 2003/04 und 2013/14 gewann der Club 8 portugiesische Meistertitel und verlor lediglich 33 seiner 323 Ligaspiele. Eine Siegquote von 72% spricht für sich und belegt die Überlegenheit der Dragões im höchsten portugiesischen Ligawettbewerb. (Benfica = 65% / Sporting = 56%).

Doch auch im europäischen Clubfußball spielt Portugals Serienmeister eine bedeutende Rolle. Die nationale Titelsammlung wird zum einen ergänzt durch den Europapokal der Landesmeister (86/87) sowie zwei Weltpokal-Triumphen. Zum anderen sind der Gewinn des UEFA-Cups 2002/03 und der darauffolgende Champions League Triumph 2003/04 hervorzuheben. Damals gewann der FC Porto, unter der Leitung des portugiesischen Fachmanns José Mourinho, das Endspiel gegen Celtic Glasgow und im Jahr darauf gegen den AS Monaco.

Der FC Porto gewann CL & EL

Nicht zu vergessen ist Portos letzter Triumph in Europa, als 2010/11 unter André Villas-Boas die Europa League errungen wurde. Damals waren gleich drei Spieler des FC Porto unter den Top 5 Torschützen des Wettbewerbs, die der Kolumbianer Falcao mit 17 Treffern anführte. Neben Falcao spielte mit Hulk ein weiteres Monster bei den Portugiesen, dessen brachiale Spielweise einen wertvollen Beitrag zum sportlichen Abschneiden der Mannschaft leistete.

Trotz all dieser Erfolge wird der FC Porto mehr als Ausbildungsclub, denn Superclub wahrgenommen. Porto verkauft jedes Jahr wichtige Schlüsselspieler und ist somit der Haus und Hof Lieferant bekannter Topclubs aus Spanien, England, Italien, Frankreich und Russland. Vielen Spielern dient der FC Porto als Sprungbrett zu einem europäischen Spitzenclub oder zu einem zahlkräftigen Milliardärs-Spielzeug bzw. Marketinginstrument. Die Sprache, Kultur und „geringere“ Wettbewerbsintensität innerhalb der portugiesischen Liga erleichtern den jungen Spielern, insbesondere Südamerikanern, den Sprung in die europäische Spitze. Zudem ermöglicht der Club den Spielern neben der nötigen Zeit, dem passenden Umfeld und ausreichender Spielpraxis zur Weiterentwicklung, die größte Bühne des europäischen Clubfußballs.

James Rodriguez, Hulk, Falcao, Moutinho, Meireles, Quaresma und Pepe sind große Namen des Weltfußballs und alle samt ehemalige Spieler des FC Porto. Allein durch die Verkäufe dieser Spieler generierte Portugals Serienmeister zwischen 2007/08 und 2012/13 kumuliert EUR 218 Mio. an Ablöse. Absolut beeindruckend besonders wenn man bedenkt, dass durch den Verkauf ein oder mehrerer Schlüsselspieler die sportliche Leistungsfähigkeit kaum abzunehmen scheint. Jahr für Jahr spricht der Club ein mächtiges Wort in Portugals höchster Spielklasse mit und dringt regelmäßig in die KO-Runden der Königsklasse vor.

Obwohl der FC Porto regelmäßig seine Schlüsselspieler verkauft, bleibt er dank des herausragenden Team- und Transfermanagements im Konzert der Großen vertreten. Bemerkenswert! Doch auch hochriskant, bedenkt man, dass Porto nur dank dieser Spielerverkäufe den nötigen betriebswirtschaftlichen Überschuss, der nicht jedes Geschäftsjahr gelingt, erreicht.

Eine Gefährliche Abhängigkeit

Werfen wir einen Blick in die GuV des Fußballkonzerns so stellen wir fest, dass der FC Porto zwischen 2004/05 und 2012/13 einen kumulierten Jahresfehlbetrag von EUR -31 Mio. auswies. Wobei auch durchaus positive Einzelabschlüssen vorhanden sind, als bspw. im Geschäftsjahr 2012/13 ein Gewinn nach Steuer von EUR 20 Mio. erzielt wurde. Exkludiert man jedoch das Ergebnis aus dem Spielerhandel so ergäbe sich für die letzten neun Geschäftsjahre ein kumulierter Verlust von gewaltigen EUR -339 Mio. Würde der Spielerhandel nicht in dieser exe Lance Jahr für Jahr erfolgen, würde das System Porto, gerade in Zeiten des Financial Fairplay, zusammenbrechen und das Fußballunternehmen vor existentielle Probleme stellen. Die Einnahmen aus Spielertransfers sind ein absolutes Schlüsselelement in Portos Geschäftsmodell und gewährleisten dessen überleben.

Gewinn/Verlust (EAT) exklusive Transfereinnahmen der FC Porto Group

Gewinn/Verlust (EAT) exklusive Transfereinnahmen & -ausgaben (=Transferergebnis) der FC Porto Group

Wie wir sehen, befindet sich der Club in einer höchst gefährlichen Abhängigkeit, die jedoch alles andere als unüblich für den portugiesischen Clubfußball ist. Auch die beiden Konkurrenten aus Lissabon sind auf die Transfererlöse angewiesen, um in Europas Clubwettbewerben entscheidend mitzuwirken. Paradox? Ja das stimmt. Wie wir sehen werden, müssen Portugals Topclubs eine andere Erlösquelle, als die üblichen (MATCHDAY, BROADCASTING, COMMERCIAL) maximieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Schlagabtausch zu sichern und somit das Bestehen des Clubs zu sichern.

Ziel der Wirtschaftsanalyse zum FC Porto

Der nachfolgende Report stellt den Fußballkonzern FC Porto vor. Neben der Konzernstruktur nehme ich in weiteren Artikeln die Finanzen des Fußballunternehmens unter die Lupe. Hierbei werden die Einnahmen– und Ausgabenstruktur, die Profitabilität sowie zentrale Vermögenswerte und deren Finanzierung skizziert. Eine Betrachtung der finanziellen Stabilität schließt diese Clubanalyse ab. Die Clubanalyse sieht den FC Porto als Ganzes und bezieht sich somit auf die konsolidierten Finanzinformationen. Das bedeutet, wir bedienen uns der Finanzinformationen der FC Porto Group. Beginnen wir mit der Beschreibung der FC Porto Group.

Die FC Porto Group

Mutterunternehmen der FC Porto Group ist die „Futebol Clube do Porto-Futebol, S.A.D.“, (im Folgenden „FC Porto Futebol SAD“), deren Unternehmensform (S.A.D) als eine Art „AktienSPORTgesellschaft“ verstanden werden kann. Anteile des Fußballunternehmens sind am Dow Jones EuroStoxx Football indexiert. Der Index enthält alle an der Börse gehandelten europäischen Fußballclubs.

Das Grundkapital der FC Porto-Futebol SAD notiert bei EUR 75 Mio. und ist in 15.000 Stückaktien unterteilt. Jede Stückaktie ermöglicht ein Stimmrecht. Hauptaktionäre des Fußballunternehmens sind mit

  • 40% der FUTEBOL CLUBE DO PORTO,
  • mit 18,79% die Imobiliengesellschaft Imobiliária Sacyr Vallehermoso, S.A.,
  • mit 11,01% António Luís Alves Oliveira und
  • mit 10,01% Sportinveste – SGSPS, SA.
  • Als Kleinaktionäre sind der Vorstandsvorsitzende der FC Porto – Futebol SAD, Jorge Nuno de Lima Pinto da Costa (1,23%), sowie der Fußballdirektor Reinaldo da Costa Teles Pinheiro (0,07%) bekannt.

In der FC Porto Group sind mit der PortoComercial, PortoMultimedia, PortoEstadio, PortoSeguro und DragonTour fünf Tochtergesellschaften enthalten, die der FC Porto Futebol SAD unterliegen. Nachfolgende Abbildung gibt einen detaillierteren Einblick in den Fußballkonzern und die Aufgabenfelder der einzelnen Tochterunternehmen.

Die FC Porto Group - Mutter- & Tochterunternehmen des Fußballkonzerns

Die FC Porto Group – Mutter- & Tochterunternehmen des Fußballkonzerns

Der Geschäftsbericht des Fußballkonzerns unterteilt dabei zwei wesentliche Segmente. Segment A umfasst die Aktivitäten des Mutterunternehmens, die sich in der Teilnahme an europäischen Fußballwettbewerben sowie der Vermarktung und Organisation von Sportevents zeigen. Segment B unterliegt der Tochter PortoCommercial und umfasst die Vermarktung und den Verkauf von Lizenzrechten (Image rights, product licensing, Sponsorship) sowie das Merchandising. Neben diesen Hauptsegmenten existieren weitere Betätigungsfelder, die den Tochtergesellschaften   PortoMultimedia, PortoEstádio, PortoSeguro und DragonTour unterliegen.

Der Fußballkonzern setzte in der Saison 2012/13 EUR 78,4 Mio. um. Werden die Transfereinnahmen hinzuaddiert wächst dieser Umsatz sogar auf gewaltige EUR 155,6 Mio. an. Wie der Club damit in der Fußballbranche einzuordnen ist, und wie sich die einzelnen Einnahmequellen zusammensetzen und seit 2003/04 entwickelten, wird in einem weiteren Artikel detailiert erläutert. Hier gehts es zur Einnahmenstruktur der FC Porto Group…

Marco Mesirca / 2015