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Spezialfälle für die Vereinsbesteuerung – Spenden & Sponsoring

Spenden und Sponsoring stellen neben dem Mäzenatentum die beliebtesten Formen der Unternehmensförderung dar. In diesem Abschnitt werden diese Sonderfälle beleuchtet.

Spenden und Zuwendungen

Grundsätzlich stellen Zuwendungen für den Verein steuerbegünstigte Einnahmen dar, welche dem ideellen Bereich zuzuordnen sind. Darunter fallen neben Spenden auch die Mitgliedsbeträge, die ebenso Umlagen und Aufnahmegebühren beinhalten. (Vgl. SAUER / LUGER, 2004, S. 98)

Spenden stellen für den Verein häufig eine wichtige Einnahmequelle dar, die allerdings – so will es der Gesetzgeber – für gemeinnützige Aufgaben verwendet werden müssen. Für den Spender stellen die Zuwendungen Ausgaben dar, die er steuerlich geltend machen kann. Hier ist zu beachten, dass dies erst erfolgen kann, wenn der Spender tatsächlich belastet wurde. Zuwendungen bzw. Spenden „sind Ausgaben, die in Geldeswert bestehen und beim Spender abfließen“ und zudem „freiwillig und unentgeltlich geleistet werden“ (DAUBER, 2006, S. 195). Dabei kann es sich um Geld-, Sach- oder Aufwandszuwendungen handeln. Unter letzteren sind Reisekosten, Fahrtkosten, Verpflegungskosten und Übernachtungskosten zu verstehen. Der Empfänger von Zuwendungen muss einer Nachweispflicht nachkommen, die in Form einer schriftlichen Erfassung transparent zu erfolgen hat. (Vgl. DAUBER, 2006, S. 195 – 217)

Nachdem der Spender in der Regel keinen Einfluss auf die ordentliche Verwendung der Spenden seitens des Vereins hat, muss er sich auf die Richtigkeit  der Bestätigung verlassen. Dies wird gesetzlich geschützt insofern der Spender keine Beeinflussung der Verwendung durch unlautere Mittel oder falsche Angaben erwirkt hat. Der Verein haftet für eventuelle Steuerausfälle, die sich aus der falschen Verwendung der Zuwendungen ergeben können. (Vgl. SAUER / LUGER, 2004, S. 102)

Sponsoring

In Bezug auf das Thema Sponsoring wird der Verein als Gesponsorter und das Unternehmen als Sponsor gesehen. Unter Sponsoring wird die ….

„Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten, die mit der Bereitstellung von Geld, Sachmitteln, Dienstleistungen oder Know-how durch Unternehmen und Institutionen zur Förderung von Personen und/oder Organisationen in den Bereichen Sport, Kultur, Soziales, Umwelt und/oder den Medien, unter vertraglicher Regelung der Leistung des Sponsors und Gegenleistung des Gesponserten verbunden sind, um damit gleichzeitig Ziele der Marketing- und Unternehmenskommunikation zu erreichen“ (BRUHN, 2011)

verstanden. Die Tatsache, dass für eine Leistung eine direkte Gegenleistung erfolgt, bildet den zentralen Unterschied zu den anderen Formen der Unternehmensförderung wie bspw. dem Mäzenatentum oder dem Spendenwesen.

Bei professionellen Team-Sportvereinen, die eine Kapitalgesellschaft darstellen, werden die Sponsoringeinnahmen als Betriebseinnahmen regulär versteuert. Für gemeinnützige Vereine allerdings, ist die Sphären-Einordnung der Sponsoringleistungen entscheidend. Diese lassen sich nur dann der ideellen Sphäre zuordnen, wenn „der Gesponserte weder Werbetätigkeit für den Sponsor entfaltet, noch diesem das Recht einräumt, mit seinem Namen und Logo zu werben“ (JÄCK, 2010, S. 364).

Heutzutage ist diese Konstellation bzw. Bedingung wohl kaum erreichbar. Des weiteren ist eine Zuordnung in die steuerfreie Vermögensverwaltung lediglich dann denkbar, wenn bspw. der Verein einem Vermarkter alle Werbeflächen seines Sportgeländes für einen längeren Zeitraum vermietet, damit dieser die Vermarktung unabhängig vom Club übernimmt. Anderenfalls wird diese Tätigkeit als wirtschaftliche Handlung angesehen und ist somit steuerpflichtig. Da in aller Regel der Gesponsorte werblich für den Sponsor aktiv ist – dieser somit seine Gegenleistung erbringt – wird Sponsoring dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins zugerechnet und ist somit steuerpflichtig.

Für die Versteuerung dieser Einnahmen sieht das deutsche Gemeinnützigkeitsrecht vor, dass „15 % des Umsatzes aus Sponsoring als Gewinn angenommen und der Besteuerung unterworfen“ (JÄCK, 2010, S. 365) werden. (Vgl. JÄCK, 2010, S. 364, 365)

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