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Stress und Gesundheit

Im nachfolgenden Text werden Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit, Stress, Anpassung und Gesundheit aufgezeigt. Es gilt die Tatsache, „dass der Mensch am besten zu verstehen ist, wenn man ihn in seinem natürlichen sozialen Umfeld studiert“ (FRIEDMAN, SCHUSTACK, 2004, S. 529). Nach der psychosomatischen Medizin ist bekannt, dass die Psyche den Körper beeinflusst. Der seelische Zustand ist somit maßgeblich für die körperliche Gesundheit verantwortlich. Daraus lässt sich die Frage ableiten: Wie und Warum die Persönlichkeit mit der Gesundheit zusammenhängt?

Die zentralen Einflüsse auf das komplexe Verhältnis von Persönlichkeit zu Gesundheit kann wie folgt veranschaulicht werden. Im Anschluss an die Grafik folgt die Erläuterung der fünf Haupteinflüsse.

Einflüsse auf Verhältnis Persönlichkeit zu Gesundheit / Quelle: FRIEDMAN, SCHUSTACK, 2004, S. 534

Gesundheitsbewusstsein

Ein erster wichtiger Einflussfaktor auf die Gesundheit des Menschen ist das Gesundheitsbewusstsein der Person. So gibt es bspw. Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstrukturen, die mehr Risiko eingehen und ungesünder leben und somit früher sterben als andere. Es lässt sich schlussfolgern, dass sich deprimierte, einsame, wütende oder psychisch gestörte Menschen in ungesunde Situationen begeben (Bsp. Rauchen und Alkoholkonsum: Diese Handlungen können auf einige Persönlichkeitsmerkmale wie Aufsässigkeit, Aggressivität, Selbstentfremdung und mangelndes Selbstwertgefühl hinweisen). Häufig sind es Persönlichkeits- und/oder soziale Probleme bei  Jugendlichen die zu Rauchen, Drogenkonsum, etc. führen. Dieses Phänomen lässt sich zum einen damit erklären, dass unsichere Menschen die ihre Emotionen und Gefühle nicht unter Kontrolle haben eher stimulierende Mittel brauchen um zu entspannen oder zu stimulieren. Zum anderen sind soziale Faktoren maßgeblich für solche Entwicklungen mitverantwortlich (falsche Freunde, etc.).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Biologie und Sozialisierung riskantes Verhalten beeinflussen und somit direkt das Gesundheitsbewusstsein des Menschen beeinflussen.

Krankenrolle

Als gesellschaftliche Vorstellung der Krankenrolle wird die in der Gesellschaft existierende Vorstellung bezeichnet, wie sich ein Kranker zu fühlen und zu verhalten hat. Demnach sollen Kranke schlecht gelaunt, müde sein, nicht arbeiten, zum Arzt gehen, sich schlecht und mürrisch fühlen. Dieses Verhalten wird von einem Kranken erwartet.

Neben körperlichen Krankheiten werden Menschen auch mit seelischen Problemen als krank bezeichnet. Stress kann dazu zählen bzw. führen. Menschen die starkem Stress ausgesetzt sind entziehen sich manchmal ihrer Verantwortung, leiden unter Appetitlosigkeit, Verschlafen häufig, wirken lethargisch und melden sich krank oder bleiben fern. Auch neurotische Menschen entziehen sich lieber ihrer Verantwortung. Es ist leider immer noch einfacher professionelle Hilfe zu körperlichen Problemen zu erlangen als zu psychischen. Zudem ist dies gesellschaftlich wesentlich akzeptierter.

Nach dem behavioristischen Ansatz bestätigt die Krankenrolle, dass „die Persönlichkeit im Umfeld lokalisiert ist“ (FRIEDMAN, SCHUSTACK, 2004, S. 533). Aber auch kognitive Faktoren sind in Bezug auf die Krankenrolle relevant. So ist besonders die Körperwahrnehmung des Individuums dafür verantwortlich warum und wie wir uns krank fühlen. Diese wird maßgeblich von der Aufmerksamkeit für den eigenen Körper sowie der Stimmung (emotionaler Zustand) einer Person beeinflusst.

Krankheitsbedingte Persönlichkeitsveränderung

Die Beeinflussung der Persönlichkeit durch eine Krankheit stellt den dritten Ansatz zur Verbindung zwischen Persönlichkeit und Gesundheit dar. Da der Körper den Geist beeinflusst, wird dies auch als somotopsychischer Effekt bezeichnet.

Persönlichkeitsstörungen

Sexueller und/oder körperlicher Missbrauch führen bei Kindern zu schwerem Stress. Dieser Stress und Missbrauch erhöht das Risiko, dass das Kind im Erwachsenenalter mit geistigen und/oder körperlichen Gesundheitsproblemen zu kämpfen hat bzw. an ihnen erleidet. Hier besteht besonders das Risiko der Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Hauptmerkmale dieser Störung bilden ein übertriebenes impulsives, selbstschädigendes Verhalten, eine schwache Selbstidentität und Beziehungsschwierigkeiten. Plötzliche Stimmungswechsel, Wutausbrüche oder Suizidgedanken begleiten diese instabilen Personen. Die Boderline-Persönlichkeit ist in der Regel ein tief verwurzelt anhaltendes Verhaltensmuster, welches das Wohlbefinden eines Menschen stark beeinträchtigt. „Persönlichkeitsstörungen haben sich bis ins frühe Erwachsenenalter stabil herausgebildet und dauern dann viele Jahre fort“ (FRIEDMAN, SCHUSTACK, 2004, S. 535).

Weitere Kennzeichen von Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung sind ein ausgeprägtes Misstrauen, Überemotionalität und unverhältnismäßige Angstzustände. Weitere Persönlichkeitsstörungen stellen die nachfolgenden Muster dar, die je nach Extrem als Persönlichkeitsstörung bezeichnet werden. Zu beachten ist, dass Persönlichkeitsstörungen nur mit Hilfe der verschiedenen Persönlichkeitsansätze (-theorien) untersucht und verstanden werden können. Denn diese hängen von biologischen Dispositionen, Kindheitserlebnissen, beeinträchtigtem sozialen Lernen und durchwachsenen sozialen Beziehungen ab. Dies führt dazu, dass Menschen mit Persönlichkeitsstörungen ständig unter den Problemen ihres Lebens leiden. Daher überschneiden sich auch die verschiedenen Formen von Persönlichkeitsstörungen.

Die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen / Quelle: FRIEDMAN, SCHUSTACK, 2004, S. 536,537

Diathese Stress

Als letzte Verbindung zwischen Persönlichkeit und Gesundheit zählt der Diathese-Stress. Unter Diathese ist oft die Veranlagung des Menschen für eine bestimmte Krankheit bzw. Störung zu verstehen. Die Krankheit bzw. Störung bricht jedoch erst aus, wenn sie vom Umfeld ausgelöst wird. Das heißt Menschen die unter Umständen an einer psychischen Störung erkrankten, könnten zuvor ohne jegliche Probleme gelebt haben. Bis es zu einer Situation in der Umgebung kam, die die Störung auslöste, die sozusagen schon in der Person schlummerte. Dies unterstreicht den bereits, in einem anderen Artikel, erwähnten Ansatz, dass Personen mit ihren Situationen interagieren und somit maßgeblich von ihnen in ihrer Persönlichkeit beeinflusst werden.

 Marco Mesirca / 2011

(unter zuhilfename des Werkes “Persönlichkeitspsychologie und differentielle Psychologie” von FRIEDMAN & SCHUSTACK, 2004)

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