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Wichtige Bereiche der Vereinsbesteuerung – Die Umsatzsteuer (Teil 1)

Ziel dieser Ausarbeitung ist die Darlegung wichtiger Teilbereiche der Vereinsbesteuerung, wobei allgemein zwischen Steuern, die an das Einkommen bzw. den Ertrag geknüpft sind, auf das Vermögen erhoben werden sowie Steuern, die Vorgänge des Rechts- und Wirtschaftsverkehrs erfassen, unterschieden werden kann.

Erstere Steuerart stellen Körperschafts-, Gewerbe,- Kapitalertrags- und Zinsabschlagsteuer dar. Die Erbschafts- und Grundsteuer werden auf das Vermögen erhoben und letztere umfassen unteranderem die Umsatz- und Grunderwerbssteuer. (Vgl. SAUER / LUGER, 2004, S. 1)

Im Folgenden werden die Umsatz-, Körperschaft-, Gewerbe- und Lohnsteuer erläutert, da diese erhebliche finanzielle Fragestellungen für einen Verein aufwerfen können, wobei letztere lediglich eine Erhebungsform der Einkommenssteuer darstellt.

Die Umsatzsteuer

Der Wirkung nach stellt die Umsatzsteuer eine Verbrauchssteuer im Waren- und Dienstleistungsverkehr – eine sog. Verkehrssteuer – dar. Bei dem im Jahr 1967 eingeführten Mehrwertsteuersystem überträgt ein Unternehmer die ihm mit seiner Leistung entstandene Umsatzsteuer an den Leistungsempfänger. Ist der Empfänger kein Unternehmer so trägt er die Belastung der Steuer, wobei ein Unternehmer „die entrichtete Umsatzsteuer als Vorsteuer aus seinen Umsätzen abziehen“ (DAUBER, 2006, S. 81) kann. Da die Besteuerungsgrenze bei einem Jahresumsatz von 17.500 EURO liegt, besteht für fast jeden Verein in Deutschland eine Umsatzsteuerpflicht. (Vgl. DAUBER, 2006, S. 81) Körperschaften unter dieser Grenze sind somit von der Umsatzsteuer befreit.

Gegenstand der Besteuerung stellt nach § 1 UStG der Umsatz dar, welcher in drei Umsatzarten unterschieden wird:

  • „Lieferungen und sonstige Leistungen die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG)
  • Einfuhr von Gegenständen im Inland oder in den österreichischen Gebieten Jungholz und Mittelberg (Einfuhrumsatzsteuer) (§ 1 Abs. 1 Nr. 4 UStG)
  • Innergemeinschaftlicher Erwerb im Inland gegen Entgelt (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 UStG)“ (DAUBER, 2006, S. 81)

Liegt eine dieser Umsatzarten vor muss ein Verein Steuern zahlen, insofern die Einnahmen dem Bereich der Vermögensverwaltung, dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb sowie dem Zweckbetrieb als unternehmerische Tätigkeit unterliegen. Einnahmen aus dem ideellen Bereich – d. h. Einnahmen die dem Verein ohne eine unmittelbare Gegenleistung zukommen – unterliegen keiner Umsatzsteuerpflicht. (Vgl. SAUBER / LUGER, 2004, S. 11)

Des Weiteren gelten Veräußerungen, Vermietung und Verpachtung von Grundstücken sowie Umsätze aus Rennwett- & Lotteriegesetz als umsatzsteuerfrei. Dies gilt auch für Vorträge, Kurse und andere Veranstaltungen wissenschaftlicher oder belehrender Art, deren Einnahmen der Deckung von Ausgaben gelten. Nach § 4 Nr. 22 b UStG sind Teilnahmegebühren für Sport-Veranstaltungen ebenfalls umsatzsteuerfrei. (Vgl. DEHESSELLES, 2002, S. 32)

Um das Verfahren der Umsatzsteuerabführung zu vereinfachen besteht für Vereine, deren Umsatz im Vorjahr nicht über 30.678 EURO liegt, laut § 23a UStG die Möglichkeit „ihre Vorsteuern pauschal mit einem Durchschnittssatz von 7 vom Hundert des steuerpflichtigen Umsatzes in Ansatz“ (DEHESSELLES, 2002, S. 32) zubringen.

In aller Regel führen Steuerbefreiungen zum Ausschluss des Vorsteuerabzugs. Allerdings können Vereine bzw. andere Körperschaften auf ausgewählte Steuerbefreiungen verzichten, um eventuelle Vorteile durch die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs zu erhalten. So müssen sie zwar die erhaltenen Leistungen versteuern, können diese allerdings, gesetzt des Falles sie besitzen eine Rechnung, geltend machen. Grundlage des Vorsteuerabzuges ist demnach die Existenz einer Rechnung. (Vgl. DAUBER, 2004, S. 137 – 142)
Nachfolgende Grafik zeigt einen Überblick der Einnahmen in den speziellen Sphären und deren Umsatzsteuerpflicht (anstatt 16% werden seit 2007 19% berechnet).

Anfallende Umsatzsteuer in jeweiliger Sphäre / Quelle: DAUBER, 2006, S. 84

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